Wegen Kontakten?

Menschenrechtsaktivistin in Nairobi entführt

Ausland
13.01.2025 19:50
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Kenia wurde eine tansanische Menschenrechtsaktivistin entführt und mehrere Stunden festgehalten. Männer hätten sie nach einem Friseurbesuch in Nairobi in einen bereitstehenden Wagen gezerrt, sie gefesselt und versucht, den PIN-Code ihres Telefons zu erfahren, sagte Maria Sarungi Tsehai.

„Ich bin überzeugt, dass eines ihrer Ziele war, an meine Kontakte und sozialen Medien zu kommen“, sagte Tsehai. Sie glaube, dass Berichte über die Entführung, die sich schnell in den sozialen Medien verbreiteten, zu ihrer Freilassung am Sonntagabend beigetragen hätten.

Die Menschenrechtsaktivistin ist Kritikerin der tansanischen Präsidentin Samia Suluhu Hassan und hat ihren Wohnsitz mittlerweile in Kenia. Sie vermutet, dass sie in ihre Heimat oder die Grenzregion verschleppt werden sollte. Die NGO Amnesty International und die kenianische Anwaltsvereinigung fordern nun eine Aufklärung des Falls und eine unabhängige Untersuchungskommission.

Parlaments- und Präsidentenwahlen stehen an
In Tansania sollen in diesem Jahr Parlaments- und Präsidentenwahlen abgehalten werden. Im Vorjahr gab es wiederholt Angriffe auf Oppositionelle und Verhaftungen. Die derzeitige Präsidentin galt zunächst als Reformerin, inzwischen wird ihr aber zunehmend der Demokratie-Abbau vorgeworfen.

In Kenia werden ebenfalls immer wieder Aktivistinnen und Aktivisten entführt. Seit Beginn der Demonstrationen gegen die Regierung von Präsident William Ruto im vergangenen Juni sind laut Schätzungen mehr als 80 Menschen entführt worden. Einige tauchten nach wenigen Stunden bis Tagen wieder auf, andere werden bis heute vermisst.

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