25.05.2013 13:53 |

Freund verhaftet

Geheimdienst MI5 wollte "London-Killer" anwerben

Der britische Inlandsgeheimdienst MI5 soll den 28-jährigen Michael Abebolajo (kl. Bild) mehrere Male anzuwerben versucht haben, erklärte ein Freund des "London-Killers" am Freitag in einem Interview mit dem britischen Sender BBC. Adebolajo habe aber abgelehnt. Wie der Sender mitteilte, wurde der Freund des 28-Jährigen unmittelbar nach dem Interview beim Verlassen des Studios verhaftet.

Ein Vertreter von Scotland Yard sagte am Samstag ohne auf die Identität der Person einzugehen, die Polizei habe in London am Freitagabend einen 31-jährigen Mann festgenommen, der verdächtigt werde, terroristische Taten in Auftrag gegeben oder vorbereitet zu haben. Ob die Festnahme im Zusammenhang mit dem Mord an dem Soldaten am Mittwoch stand, wurde nicht mitgeteilt.

Freund: "Nach Kenia-Reise war er verändert"
Im Interview hatte Abu Nusaybah erzählt, dass er nach einer Kenia-Reise Adebolajos eine "Veränderung" an diesem wahrgenommen habe. Während seiner "Studienreise" soll der 28-Jährige von Sicherheitskräften verhaftet und einige Zeit lang in einem Gefängnis festgehalten worden sein. Adebolajo habe gegenüber ihm auch berichtet, dass er "brutal zusammengeschlagen" worden sei, erklärte Nusaybah, der auch die Vermutung äußerte, der spätere Attentäter sei vergewaltigt worden.

Seit dieser Reise dürfte der 28-Jährige vom Inlandsgeheimdienst beobachtet worden sein, meinte Nusaybah, der von seinem Freund immer wieder zu hören bekommen habe: "Die belästigen mich." Zunächst habe der Geheimdienst lediglich Informationen über bestimmte Personen erlangen wollen. Später jedoch sei seinem Freund auch das Angebot zu einer Mitarbeit unterbreitet worden, sagte Nusaybah. Dieser habe aber abgelehnt, so Nusaybah.

Adebolajo war seit Jahren amtsbekannt
Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Adebolajo dem MI5 bereits seit Jahren wegen seiner Anhängerschaft zu radikalislamischen Gruppierungen in London bekannt war (siehe Infobox). Doch offensichtlich unterschätzten die Behörden die Gefahr.

Adebolajo und sein Komplize Michael Adebowale hatten am Mittwoch vor einer Kaserne im Londoner Stadtteil Woolwich ein regelrechtes Massaker angerichtet. Mit mehreren Waffen, unter anderem einer Machete, zerstückelten sie den 25-jährigen Soldaten und Familienvater Lee Rigby. Anschließend präsentierte sich Abebolajo stolz den schockierten Augenzeugen und rief islamistische Parolen in einige der mitlaufenden Handy-Videokameras (siehe Infobox). Die beiden Attentäter wurden von der Polizei verhaftet. Seither befinden sich die beiden Männer mit Schussverletzungen im Spital.

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