Kontrolleure hatten Di Luca überraschend am 29. April in seinem Haus aufgesucht und getestet. Sollte sich der Test in der B-Probe bestätigen, muss der Italiener mit einer lebenslangen Sperre rechnen. Dabei war Di Luca bereits einmal des Dopings überführt worden. Während der Italien-Rundfahrt 2009 wurde er positiv auf das Doping-Mittel CERA getestet und deshalb für zwei Jahre gesperrt.
Patient des mutmaßlichen Dopingarztes Santuccione
Die Sperre wurde allerdings nachträglich auf neun Monate reduziert, weil Di Luca mit italienischen Anti-Doping-Behörden zusammenarbeitete. Außerdem erhielt er nach seinem Giro-Sieg im Jahr 2007 eine dreimonatige Sperre aufgebrummt, weil er weiter Patient des mutmaßlichen Dopingarztes Carlo Santuccione gewesen sein soll.
Teamsprecher: "Wir sind schwer enttäuscht"
"Das ist eine große Dummheit, wir sind schwer enttäuscht", sagte Francesco Pelosi, Sprecher von Di Lucas Team Vini Fantini am Freitag. Wie der Teamsprecher mitteilte, habe Di Luca gar nicht ins Konzept von Vini Fantini gepasst. "Doch der Teamsponsor hat darauf gedrängt, ihn aufzunehmen. Die beiden verbindet eine langjährige Freundschaft", berichtete Pelosi.
Auch Teamchef Luca Scinto sei gegen Di Luca gewesen, am Ende aber doch dem Drängen des Sponsors nachgegeben. Auch der Manager des Sky-Teams äußerte sich bestürzt über die Doping-Nachricht. "Das ist natürlich eine riesige Dummheit. Da bleibt einem der Mund offen", sagte Dave Brailsford und fügte hinzu: "Es ist schade, dass die alte Generation nichts gelernt hat."
Launiger Armstrong-Kommentar
Die erneute positive Dopingprobe von Di Luca bewog übrigens sogar Lance Armstrong zu einem Kommentar. "Ich weiß, ich habe null Glaubwürdigkeit in Doping-Fragen - aber da muss ich mir einfach denken: 'Wirklich Di Luca? Bist du so verdammt dumm?', schrieb die Hauptfigur im größten Dopingskandal der Radsport-Geschichte am Freitag bei Twitter.
Di Luca hat in seiner Karriere neben dem Giro-Gesamtsieg auch zahlreiche Tagessiege gefeiert, darunter sechs Etappensiege beim Giro und zwei bei der Vuelta. 2012 hatte er auch eine Etappe bei der Österreich-Rundfahrt gewonnen und war Vierter geworden.
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