Am Freitag wurde ein 26 Jahre alter Somali vom Vorwurf der gefährlichen Drohung freigesprochen. Das vermeintliche Opfer gestand, nicht mit einem Messer bedroht worden zu sein. Der Fall hat den Rechtsstaat und den Steuerzahler gehörig strapaziert.
Schon bei seiner polizeilichen Einvernahme hatte der 26-jährige Flüchtling die ihm vorgeworfene Tat bestritten. „Wir haben Playstation gespielt und sind dann wegen Geld in Streit geraten. Ich habe daraufhin gesagt, er solle meine Wohnung verlassen“, fasst der Angeklagte den Abend zusammen. Von einem Messer und einer Todesdrohung will er nichts wissen und ergänzt: „Ich hatte damals 14 Dosen Bier getrunken und mein Mitbewohner eine halbe Flasche Wodka.“
Fakt ist jedoch, dass der 23-jährige Mitbewohner die Polizei anrief und behauptete, vom Angeklagten mit einem Messer bedroht worden zu sein. Die Streife rückte an, ein Verfahren wurde eingeleitet.
Zwei Prozesse und ein Blaulichttaxi
Mit dem Ergebnis, dass die erste Verhandlung wegen Nichterscheinens des Angeklagten vertagt werden musste. Im zweiten Anlauf kam dieser zwar, dafür schwänzte sein nun in Wien wohnhafter Kontrahent. Also musste die Richterin die Polizei Hernals bemühen, um das Opfer auszuforschen und für die Videoeinvernahme in ein Wiener Gericht zu geleiten. Und da kann sich das Opfer dann plötzlich nicht mehr genau an das erinnern, was er einst bei der Polizei aussagte. Schließlich gesteht er, gelogen zu haben. „Ich habe mir das nur gedacht.“ Die Frau Rat spricht daraufhin den Angeklagten von allen Vorwürfen frei. Der 23-Jährige muss allerdings ein Verfahren wegen Falschaussage fürchten.
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