Nun ist es offiziell: Der Vorstand der steirischen SPÖ hat am Donnerstag Max Lercher zum designierten Parteichef und zum Nachfolger von Anton Lang gewählt. Lercher kündigte einen „konstruktiv-kritischen“ Oppositionskurs an.
„Anton Lang hat bis zum Schluss im Hintergrund geschaut, dass er Lösungen schafft. Dafür möchte ich Danke sagen.“ Mit versöhnlichen Worten startet der Obersteirer Max Lercher am Donnerstag sein erstes Presse-Statement als designierter Parteichef der steirischen Sozialdemokratie. Lang, sein Vorgänger, war nach einer Niederlage bei den Landtagwahlen und gescheiterten Koalitionsgesprächen mit der FPÖ zurückgetreten.
87 Prozent haben ihn zum designierten Vorsitzenden gewählt. „Ich werde ja gerne von den Medien als Partei-Rebell bezeichnet. Ich glaube, weil ich die Dinge gerne beim Namen nenne“, sagte Lercher. „Ich weiß, dass ich in meiner Bewegung nicht überall nur Freunde habe. Das ist mir bewusst.“ Klubobmann soll Hannes Schwarz bleiben. Er wurde mit 93 Prozent bestätigt. „Wir haben gezeigt, dass wir in schwierigen Zeiten als Sozialdemokratie handlungsfähig sind.“
Die Wahlergebnisse könne man auf schlechte Kommunikation schieben, sagt Lercher, aber das wolle er nicht.
Er wolle „ohne ideologische Scheuklappen Lösungen produzieren. Die Sorgen und Nöte jener, die uns nicht mehr vertrauen, sind unser politisches Programm“. Man wolle in der Opposition nicht „plump gegen alles sein“.
Wir haben in weiten Teilen die Glaubwürdigkeit nicht mehr. Das tut mir vor allem weh, wenn ich die Arbeitnehmer und die Frauen sehe, die freiheitlich wählen.
Max Lercher, designierter steirischer SPÖ-Chef
Lang bleibt abgetaucht
„Wir wissen, was es bedeutet, da oder dort im Würgegriff der ÖVP zu sein. Das wird die FPÖ jetzt auch erleben.“ Im Wissen, wie Politik funktioniert, glaube er nicht an eine gute Arbeit der Regierung und an einen Reformwillen. Falls es das nicht gebe – also sich FPÖ und ÖVP nicht einigen – sei die Sozialdemokratie bereit für Gespräche.
„Kritisch-konstruktiv in der Opposition“ wolle man sein. Glaubwürdigkeit sei dabei das Wichtigste.
Mit Lercher vor Ort waren die Noch-Landesrätinnen Ursula Lackner und Doris Kampus, EU-Abgeordnete Elisabeth Grossmann sowie Klubchef Schwarz. Nicht vor die Presse trat Lang. Keiner der Anwesenden wollte Interviews geben.
Lang: „Wichtige Erfolge erzielt“
Anton Lang verabschiedete sich aus der Politik mit einem Posting auf Instagram: „Um den Weg für den notwendigen Erneuerungsprozess unserer Partei frei zu machen, habe ich mich entschieden, meine Funktion als Landesparteivorsitzender zurückzulegen und mein Mandat nicht anzunehmen“, schrieb der Leobener.
Zu den „wichtigen Erfolgen“ in der vergangenen Landesregierung gehörten „maßgebliche Verbesserungen in der Kinderbildung, für leistbares Wohnen, für den Ausbau der Öffis“.
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