Die Caritas Vorarlberg schlägt Alarm: Mehr und mehr Menschen sind auf Unterstützung angewiesen, Frauen sind besonders gefährdet.
Die Caritas machte am Freitag darauf aufmerksam, dass die Krisen der vergangenen Jahre gesellschaftlich deutliche Spuren hinterlassen haben. Das belegen auch Zahlen: In den ersten drei Quartalen 2024 haben im Gesamten um 17 Prozent mehr Personen – nämlich 5996 – über die Caritas-Beratungsstellen Unterstützung erhalten als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs, berichtet Caritas-Direktor Walter Schmolly, der weiß, dass die Menschen, die bei der Caritas Hilfe suchen, im Normalfall mit erheblichen Entbehrungen leben müssen. „Sie können beispielsweise nicht ihre gesamte Wohnung heizen, oft bleibt auch ihr Kühlschrank gegen Monatsende fast leer“, beschreibt er den Alltag in Armutsgefährdung beziehungsweise in Armut.
Frauen, insbesondere wenn sie Alleinerzieherinnen sind, trifft es besonders hart: „Knapp 35 Prozent der Familien mit Kindern, die in den Beratungsstellen Hilfe bekommen, sind Alleinerziehenden-Haushalte. Zum weit überwiegenden Teil Frauen – österreichweit sind es 83 Prozent,“ berichtet der Caritas-Direktor.
Angleichungen notwendig
Er fordert sowohl die Bundes- als auch die Landesregierung auf, den Sozialstaat nicht zu schwächen, sondern so zu gestalten, dass die Sozialleistungen treffsicher helfen können. Schmolly spricht sich für eine Erhöhung der Ausgleichszulage aus, die derzeit mit aktuell 1421 Euro monatlich um 151 Euro unter der Armutsgefährdungsschwelle von aktuell 1572 Euro liegt.
Die Caritas Vorarlberg selbst leistet ein Beitrag, indem sie ihre Notschlafstelle in Feldkirch sanieren und dabei besonders die Bedürfnisse von wohnungslosen Frauen in den Fokus nehmen wird.
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