Die Bundesligapartie am vergangenen Samstag zwischen Red Bull Salzburg und dem GAK endete torlos. Verantwortlich dafür waren nicht nur die harmlosen Angriffsreihen der beiden Teams, sondern auch die Vorarlbergerin Amina Gutschi. Die 37-Jährige erkannte bei ihrem Bundesliga-Debüt zwei Treffer wegen Abseits ab – und lag damit goldrichtig.
„Mit jeder Sekunde, die die Überprüfung länger gedauert hat, bin ich nervöser geworden“, schildert Schiedsrichter-Assistentin Amina Gutschi, wie sie die 95. Minute der Partie Red Bull Salzburg gegen den GAK am Samstag erlebte. Bei ihrer Premiere in der Herren-Bundesliga hatte die Dornbirnerin das vermeintliche Last-Minute-Siegtor für die Hausherren durch Karim Konate wegen einer vorangegangenen Abseitsstellung von Aleksa Terzic aberkannt. Die Folge: Der Video Assistant Referee (VAR) überprüfte die Situation – und bestätigte Gutschis Entscheidung, durch die es beim 0:0 blieb.
„Damit habe ich nicht gerechnet“
So durfte sich die 37-Jährige über ein mehr als gelungenes Debüt in der höchsten Spielklasse der Männer freuen. „Ich habe keinen Fehler gemacht und es ist mir wirklich alles aufgegangen“, strahlte die Psychologin, die als erst zweite Frau nach der Wienerin Sara Telek, in der Herren-Bundesliga zum Einsatz kam. Bereits in der 22. Minute hatte die Vorarlbergerin den vermeintlichen Führungstreffer für den GAK durch Dominik Frieser korrekterweise als Abseitsstellung entlarvt. „Damit, dass ich direkt in meinem ersten Spiel gleich zwei Tore aberkenne, habe ich sicher nicht gerechnet.“
Lob von Schiri-Boss Kassai
Dementsprechend positiv war auch das Feedback auf Gutschis Leistung. „Schiedsrichter-Chef Viktor Kassai war in Salzburg vor Ort und ebenso sehr zufrieden wie Schiedsrichterbeobachter Thomas Einwaller“, verrät die zweifache Mama, die im Vorfeld der Partie durchaus nervös war. „Einerseits habe ich mich sehr gefreut, dass endlich der Moment kommt, auf den ich so lange hingearbeitet habe. Andererseits wird einem dann auch bewusst, dass viele Augen auf dich gerichtet sind.“ Umso größer die Erleichterung bei Amina, dass am Ende alles so perfekt klappte.
Straffes Programm wartet
„Die Bundesliga ist schon nochmals eine ganze andere Nummer als die zweite Liga“, lautet ihr allgemeines Resümee. „Tempo und Spielniveau sind deutlich höher, wodurch es kaum Ruhephasen gibt.“ Das gilt auch für ihr Programm in den kommenden Tagen und Wochen. „Jetzt geht es direkt weiter in die Schweiz, wo ein UEFA-Elite-Lehrgang im Hinblick die Frauen-Euro 2025 ansteht. Kommendes Wochenende bin ich dann wieder in der 2. Liga im Einsatz und danach wartete bereits eine internationale Partie“, verrät Gutschi.
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