Im Remake „The Day of the Jackal“ auf Sky gibt der Oscar-Preisträger Eddie Redmayne den chamäleonartigen Antihelden. Die „Krone“ war bei den Dreharbeiten in Budapest dabei.
Nach Frederick Forsyths Buchklassiker „Der Schakal“ und der erfolgreichen Verfilmung aus dem Jahr 1973 befreite Carnival Films im Auftrag von Sky Studios und Peacock die Handlung des fokussierten Auftragsmörders aus seinem politischen Schaffensbereich und katapultierte sie in die heutige Zeit: „Als die Idee eines Remakes aufkam, wollte ich zunächst ablehnen. Ich liebte diesen Film, ich wollte nicht Gefahr laufen, das zu zerstören. Mit der Zeit aber habe ich dieses Hindernis überwunden und wir sollten einen Drehbuchautor finden, der die Vorlage genauso liebt wie wir: Ronan Benett. Außerdem hatten wir Zugang zu dem geistigen Eigentum, da auch das Original ein Universal Film war“, erklärte der leitende Produzent Gareth Neame der „Krone“ im Rahmen eines Setbesuchs der zehnteiligen Thrillerserie in Budapest. Nachsatz: „Außerdem holten wir uns Freddies Segen.“ Regisseur Brian Kirk („Game of Thrones“) und die Hauptdarsteller, Oscar-Preisträger Eddie Redmayne und die erste Doppel-Null-Agentin Lashana Lynch, ergänzten das vielversprechende Team.
Anpassungsfähig wie der Schakal selbst
Was auf dem Bildschirm gekonnt als Katz-und-Maus-Jagd quer durch Europa verkauft wird, wurde zu großen Teilen im Umland der ungarischen Hauptstadt gedreht. Nach dem Motto „Was nicht passt, wird passend gemacht“ wurden außerdem Drehorte in Kroatien als Spanien ausgegeben und aus einem grauen, aber technisch top ausgestatteten Filmstudio wurde das Hauptquartier des MI6.
Die Liebe zum Detail schafft Authentizität, was sich auch in den Kosten widerspiegelt: Nach dem Top-Cast, wurde für Kostüme und Kulisse am meisten Geld ausgegeben. „The Day of the Jackal“ wird auch die Fans des Originals mit gewohnter Eleganz und Raffinesse begeistern – aber auch Neueinsteiger in diese Spionagewelt können die Serie genießen.
Zusehen ist das Endergebnis in Österreich ab dem 7. November exklusiv auf Sky.
Eddie Redmayne im Interview: „Wien war großartig“
Der Oscar-Preisträger Redmayne als „der Schakal“ im Gespräch mit der „Krone“.
Das ist der erste wirkliche Action-Thriller für Sie. Wie fühlt es sich an?
Es fühlt sich an wie ein nächster Karriereschritt. Ich habe die meiste Zeit meiner Karriere in Tweed oder viktorianischen Kostümen verbracht. Es fühlt sich an, als hätte ich meinen Weg vom elisabethanischen Zeitalter zum frühen 20. Jahrhundert, mit den „Fantastischen Tierwesen“ und jetzt bis ins 21. Jahrhundert geschafft, ich bin endlich angekommen!
Wenn man für einen Film so bekannt ist, wie Sie für „Fantastische Tierwesen“, will man dann diese dann nicht irgendwann begraben?
Ich habe diese Figur geliebt und hatte eine wunderbare Zeit damit. Aber ehrlicherweise, wer weiß, was die Zukunft dieses Charakters noch bringtDas Skript zu „The Day of the Jackal“ kam und ich habe schon den Originalfilm und das Buch davon geliebt. Es war der Lieblingsfilm meines Vaters und wir haben ihn oft zusammen gesehen und betrachte ihn als eine Ikone des Films. Und obwohl ich das Drehbuch in gewisser Weise mit Bangen gelesen habe, weil man seine Lieblingsfilme nicht verunstalten will, fühlte es sich an, als hätte es die DNA und die Essenz von Forsyth genommen und sie in das aktuelle Klima transportiert, sowohl politisch als auch technologisch. Mir gefiel daran, dass es immer noch im Analogen verwurzelt ist. Eines der Dinge, die den Schakal für mich ausmachen, ist, dass er eine gewisse Old-School-Qualität hat, eine Eleganz, eine Raffinesse. Ein schöner, alter Spionagefilm.
Wie stolz ist ihr Vater?
Nun, er hat’s noch nicht gesehen, er war aber zu Besuch in Budapest! Ich glaube, bei der Produktion geht es viel um die Menschen, auf dessen Schultern wir stehen, die, die es vor uns gemacht haben. Wir haben alle große Ehrfurcht davor und ich hoffe, dass gewisse Momente in der Serie auch als eine direkte Hommage an das Original erkannt werden.
Wie haben Sie sich für die Rolle vorbereitet?
Das hat mich wirklich am Schakal fasziniert, er muss als Deutscher durchgehen, als Franzose, unauffällig sein und doch komplette Verwandlungen durchmachen, auch mit Prothesen. Zum Glück hatte ich drei Monate Zeit, mich vorzubereiten. Ich habe mit den Maskenbildern zusammengearbeitet, hatte einen Deutsch-Dialekt-Coach, einen Sprach- und Spanischtrainer. Eine große Freude an dem, was ich tue, liegt darin, neue Dinge zu lernen.
Wie sind sie mit den Stunts verfahren?
Ich habe einen großartigen Stuntman, der das meiste davon macht. Und dann gibt es noch Paul Biddiss, ein ehemaliger Soldat und außergewöhnlicher Mann. Mit ihm habe ich mich teilweise in London vorbereitet und zum Beispiel gelernt, mein Handy Display zu benutzen, um zu sehen, was hinter mir passiert. In allen Scheiben nach Spiegelungen zu suchen, wie man sich unauffällig bewegt. Einmal habe ich eine Nachricht bekommen, mit dem Bild einer Person, die ich im Convent Garden verfolgen sollte. Mich stoppte dann aber jemand für ein Selfie, eine sehr befremdliche Situation. Man lernt also wirklich viel in diesem Beruf, die meisten Sachen aber nur oberflächlich, selten vertieft man es wirklich.
Im Rahmen der Dreharbeiten waren Sie auch in Wien.
Das war großartig! Wir haben eine Szene an der ungarisch-österreichischen Grenze gedreht und ich konnte mit meiner Familie Wien erkunden. Meine Kinder wollten am Ende gar nicht mehr weg!
Ist es belastend oder entspannender, mit Familie zu reisen und drehen?
Na ja, es ist kompliziert. Einmal haben mich meine Kinder mit Prothesen im Look eines alten, deutschen Kettenrauchers gesehen ... Mein Sohn zog an den Ohren und meine Tochter musste bleiben und zusehen, wie alles abgemacht wird. Grauenhafte Erziehung ... Meine Tochter wird Jahre der Therapie benötigen! Nein, es ist natürlich nicht immer einfach als Familie so viel zu reisen, gerade weil meine Kinder jetzt auch in der Schule sind. Wenn es aber machbar ist, ist es natürlich wunderschön!
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