Jahrhunderte ein dunkler Fleck: Nun rekonstruierte ein international tätiges Institut in Klosterneuburg ein Sternenfeuerwerk – aus der Distanz von vielen Lichtjahren und aus dessen finsteren Resten. Man konnte sogar das Entstehungsjahr der Explosion (1181 n. Chr.) exakt bestimmen.
Als sich quasi aus dem Nichts ein leuchtender Punkt zu einem Sternenbild gesellte, waren chinesische Himmelsbeobachter begeistert. Doch als der kleine „weiße Zwerg“ immer größer und heller wurde, bekamen es die Himmelsforscher – man schrieb das Jahr 1181 – doch mit der Angst zu tun. Als das Gebilde nach knapp sechs Monaten plötzlich im Nichts verschwand, vermutete man einst ein Zombie-Ereignis. Heute weiß man: Es war das letzte Aufbäumen eines Sterns zu einer Supernova, die in nur sehr seltenen Fällen auch verwertbare Materie-Reste hinterlassen. Sie wurden durch moderne Technik erst 2021 wieder entdeckt.
Sich verändertes Materie-Kunstwerk bewegt Astronomen
Die Aufgabe, mit modernsten Geräten und hochsensiblen Daten diese ganz besondere Supernova-Explosion zu rekonstruieren, wurde der Astronomin Ilaria Caiazzo zuteil. Und siehe da: Der vermeintliche Zombie-Lichtpunkt war in Wirklichkeit eine optische Sensation – „eine wunderbare Erscheinung, ähnlich einer lebenden Pusteblume, deren Fäden immer länger wurden“, wie die Assistenzprofessorin am internationalen Institute of Science and Technology Austria (ISTA) mit Niederlassung in Klosterneuburg begeistert erzählt, die Kollegen in aller Welt faszinieren. Vergleichbar unscheinbar ist der, von Astronomen typischer Weise in Kurzform zugeordnete Name für das kosmische Feuerwerk: „SN 1181“.
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