Beim Spin-Off des Films „Der Fall der Gerti B.“ (2019) ermittelt die kantige Susi Stach nun (ab heute montags in Doppelfolgen auf ORF 1) in sechsteiliger Serienform weiter. Sympathisches Wiener Lokalkolorit kämpft dabei gegen gängige Klischees an.
Kriminalpolizistin Gerti Bruckner (Susi Stach) ist ein Relikt vergangener Tage. Zumindest sieht das ihr Vorgesetzter so und bietet ihr den „Golden Handshake“ an. Ihre wesentlich jüngere Kollegin Heidi Mai (Mariam Hage) wird ihr dienstlich übergeordnet, was der innerlich liebenswerten, aber äußerlich knorrigen Kommissarin so gar nicht gefällt, denn auf eine Beförderung hätte eigentlich sie gehofft. Als in Gertis direkter Nachbarschaft in Wien-Floridsdorf ein Mord passiert, müssen sich die zwei ungleichen Frauen zusammenraufen, was so einige Schwierigkeiten mit sich bringt. Zudem führt das Verbrechen nicht nur in Gertis Vergangenheit, sondern auch tief in ihr persönliches Umfeld hinein.
Die ersten zwei Folgen der sechsteiligen ORF-Krimiserie „Die Fälle der Gerti B.“ (ab sofort immer montags in Doppelfolgen in ORF 1) überzeugen vor allem durch ein gut gelauntes Ensemble. Stach als alte Polizeihäsin mit latent schlechter Laune und einer liebevollen, aber eingefahrenen Beziehung zu ihrem Mann Herbert „Bertl“ Bruckner (Johannes Silberschneider) überzeugt mit sprödem Charme und sympathischen Kanten. Silberschneider agiert als gutgläubiger und kauziger Pensionär und führt als Erzähler durch den kriminalistischen Plot.
Besonders fein besetzt sind die Nebenrollen. Der famose Karl Fischer als gescheiterter Zuhälter und Gerhard Liebmann als selbsternannter „Sheriff“ Polzer lassen in den beiden ersten Folgen darüber hinwegsehen, dass der Generationskonflikt der beiden Hauptfiguren zu oft von platten Klischees und ausgelutschten Erkenntnissen begleitet wird. Dafür bekommt man in Rückblenden schöne Einblicke in das Floridsdorf von damals. Fazit: Gut gelungen, aber noch ausbaufähig.
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