Österreich kann aufatmen. Der Wahlkampf ist mehr oder weniger überstanden. Nach dem Spektakel auf manchmal höherem, öfter niedrigerem Niveau sollte mit einer neuen Regierung eine Phase der seriösen Arbeit anbrechen. Die Zeit drängt. Wer sich bei Banken und anderen Kennern der wirtschaftlichen Weltlage umhört, weiß über das Ausmaß der kommenden Probleme halbwegs Bescheid.
Umso erstaunlicher ist es, dass im Wahlkampf keine Partei einen wirklich in die Tiefe gehenden Plan für die nächsten Jahre vorweisen konnte oder wollte.
Aber man soll nicht ungerecht sein und vorschnell urteilen. Vielleicht entwickelt sich noch einer oder eine aus dem derzeit tätigen politischen Personal zum Staatsmann oder zur großen Staatsfrau.
Bei einem Blick in die Geschichte der Zweiten Republik waren es nur wenige Persönlichkeiten, die das Land geprägt oder verändert haben: Figl, Kreisky, Vranitzky und Schüssel vielleicht. Die anderen waren gute oder weniger gute Verwalter der Krisen. Sogar global betrachtet bleiben am Ende wenige demokratisch gesinnte Anführer von historischer Größe in Erinnerung: Winston Churchill, Charles de Gaulle, Margaret Thatcher, Willy Brandt, Michail Gorbatschow und Helmut Kohl eventuell.
Vom Sofa aus fühlt sich so mancher zu Höherem berufen. Doch könnten es die Besserwisser besser? Um ein Land mit seinen Eigenschaften zu bewahren und es zugleich weiterzuentwickeln, bedarf es Mut, Klugheit, Charakter und das Glück des Augenblicks.
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