Sturm-Coach genervt

Hyballa ironisch: “Klar, Mannschaft spielt gegen mich”

Sport
28.02.2013 10:20
Mit gerade einmal 37 Jahren geht er im Trainer-Business noch als Rotzlöffel durch. In einem aber hat Sturm-Coach Peter Hyballa bereits reichlich Routine: im Parieren verbaler Giftpfeile gegen seine Person. Auch nach dem 1:1 bei Rapid am Mittwochabend wollte ein gewiefter Journalist wissen, ob er das Gefühl habe, die Spieler nicht mehr zu erreichen. Hyballa konterte staubtrocken, garniert mit reichlich Ironie: "Ganz klar, die Mannschaft spielt gegen mich."

Hyballa im O-Ton (siehe Video): "Die Mannschaft hat heute gezeigt, dass sie klar gegen den Trainer spielt, war total lauffaul, hat keinen Bock gehabt. Von den jungen Spielern kommt nichts nach, die wollten Rapid immer aufs Tor gehen lassen. Also ist es ganz klar, dass sie gegen mich spielen, das habe ich heute auch so gesehen." Ironie-Ende!

Mediale Dauerschelte
Offenbar hat Hyballa die seit Wochen auf ihn eindonnernden medialen Breitseiten satt. Leicht gemacht hat er's sich allerdings in der Tat nicht: Klub-Ikonen wie Haas, Gratzei oder Weber ausgemustert, die Fans vergrault, dazu mit zwei Punkten aus drei Spielen einen äußerst mäßigen Start ins Frühjahr hingelegt. Und auch, was die Mannschaft am Mittwoch beim 1:1 bot, lässt sich kaum als fußballerisches Anti-Depressivum etikettieren. Flüssige Kombinationen waren - nicht zuletzt aufgrund des Rübenacker-ähnlichen Untergrunds in Hütteldorf - Mangelware, das 1:1 durch Vujadinovic fiel nach einem Eckball.

"Leidenschaftlicher Auftritt"
Und trotzdem ließen sich gegenüber den ersten beiden Frühjahrspartien gegen den WAC und Mattersburg durchaus positive Blitzlichter ausfindig machen. So ließen sich die "Blackies" nach dem 1:0 für Rapid durch Heimkehrer Boskovic nicht entmutigen, waren in der zweiten Halbzeit sogar überlegen, wenn auch nicht spielerisch genial. Hyballa, an der Outlinie mitunter beängstigend hyperaktiv, gefiel's. Er sprach - dann wieder ganz ohne Ironie - von einer "ordentlichen kämpferischen Leistung" und einem "sehr leidenschaftlichen Auftritt".

Muss Hyballa gehen?
Verbesserungspotenzial? En masse. "In den Umschaltphasen haben wir zu überhastet agiert und den Ballbesitz nicht gut ausgespielt. In der ersten Hälfte hat man auch gesehen, dass wir eine sehr junge Truppe haben, die ein bisschen verunsichert war." Ob Hyballa der Mann ist, der auch in der kommenden Saison an der Entwicklung dieses jungen Teams arbeiten darf, bezweifeln nicht wenige. Immer wieder als Nachfolger im Gespräch: Fan-Liebling Mario Haas. Auch der war am Mittwoch im Hanappi-Stadion zugegen und sprach "seinen" Schützlingen zur Halbzeit im Kabinentrakt Mut zu. Ob er sich wohl schon auf sein Engagement als Cheftrainer einstimmte?

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Sport
28.02.2013 10:20
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

KMM
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung