„Lebensgefahr“
Dresden: Teil von Brücke über die Elbe eingestürzt
In der ostdeutschen Stadt Dresden ist in der Nacht auf Mittwoch ein Teil der Carolabrücke in die Elbe gestürzt. Der Einsturz betreffe den Fußgänger- und Radweg sowie die Straßenbahngleise, teilte ein Sprecher des Lagezentrums in der Früh mit. Die Feuerwehr spricht von „akuter Einsturzgefahr“.
Nach Angaben der Feuerwehr Dresden geht es um eine Länge von 100 Metern. Es kommt demnach zu einem starken Heißwasseraustritt aus dem Brückenkopf der Altstädter Seite. Die Carolabrücke wurde in den 1960er-Jahren vom kommunistischen DDR-Regime errichtet.
Von den Dresdner Verkehrsbetrieben hieß es, eine Straßenbahn habe sich nicht auf der Brücke befunden. Somit seien Fahrgäste und Fahrzeuge nicht zu Schaden gekommen. Dort seien an Wochentagen die Linien 3 und 7 stündlich auch nachts unterwegs.
Knapp an Katastrophe vorbeigeschrammt
Die Stadt ist damit nur knapp einer Katastrophe entgangen. Denn täglich fahren zig Autos, Straßenbahnen und Radfahrer über das Bauwerk, das zu den vier Elbbrücken der Stadt gehört. Auch Fußgänger sind dort unterwegs. Doch Verletzte oder gar Tote hat es beim Einsturz nach bisherigem Kenntnisstand der Behörden nicht gegeben.
Feuerwehr warnt: „Akute Einsturzgefahr“
Die Feuerwehr geht derzeit von einer akuten Einsturzgefahr aus. „Wir rechnen damit, dass weitere Teile der Brücke einstürzen könnten“, sagte ein Sprecher am Mittwochmorgen vor Ort. Er rief die Menschen auf, der Brücke möglichst fernzubleiben. „Es besteht Lebensgefahr“ auf der Brücke und an der Brücke, hieß es. Derzeit sei eine Drohnenstaffel im Einsatz, um das Ausmaß der Schäden zu erkunden, hieß es.
Betroffen sei die südliche Hälfte der Brücke, die die Straße Terrassenufer und ein Stück der Elbe überspanne. Laut Feuerwehr hat sich am Brückenkopf auf der Seite der Altstadt eine etwa ein Meter langer Spalt gebildet. Wie es dazu kam, dass sich Teile der Brücke gegen 3 Uhr lösten, ist bisher unklar.
Keine Hinweise auf Fremdeinwirkung
Die Polizei jedenfalls ging zunächst von einem Unglück aus. Hinweise auf Fremdeinwirkung gebe es bisher nicht, sagte ein Sprecher. Polizisten seien mit die Ersten an Ort und Stelle gewesen, als Teile Brücke mitten in der Nacht in die Elbe stürzten. Die Beamten seien in der Nähe als Objektschützer im Einsatz gewesen und hätten zunächst den Lärm der einstürzenden Brückenteile vernommen, hieß es.
Fernwärme in ganzer Stadt ausgefallen
Beim Einsturz wurden auch Fernwärme-Leitungen beschädigt. „Im gesamten Stadtgebiet fällt momentan die Fernwärme aus“, teilte die Feuerwehr mit. Durch das aus den Rohren ausströmende Wasser stehen Teile des Terrassenufers komplett unter Wasser.
Die Carolabrücke gehört zu den wichtigen Verkehrsbrücken in Dresden. Der Bereich wurde weitläufig abgesperrt. „Wir bitten die Bevölkerung, den Bereich weiträumig zu meiden und die Einsatzkräfte nicht zu behindern“, bat ein Feuerwehrsprecher.
Sachverständige untersuchen Lage
„Gegenwärtig finden sich die Sachverständigen der einzelnen Gewerke, der Stadtverwaltung und aller beteiligten Partner ein, um das weitere Vorgehen zu besprechen“, hieß es von Seiten der Feuerwehr.
Der eingestürzte Brückenzug sollte im nächsten Jahr saniert werden. Andere Teile der Brücke waren erst im März nach einer monatelangen Sanierung für den Verkehr freigegeben worden, schreibt die Stadt Dresden auf ihrer Website.
Die Sanierung des mittleren Brückenzuges wurde mit dem Einbau der Geländer Anfang Juni vollständig abgeschlossen. Die Baukosten betrugen rund 4,1 Millionen Euro. Am dritten Brückenzug, dem östlichen, wurde die Sanierung bereits im Juni 2021 fertiggestellt.













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