Obwohl der Weinbau in Gumpoldskirchen schon auf die Römer zurückgeht, ist sein guter Ruf einem Habsburger zu verdanken. Die „Krone“ hat für Sie nachgefragt.
Den Ruf als Weinbauort hat Gumpoldskirchen schon seit Jahrhunderten. Zurecht, denn bereits die alten Römer hatten einst die Eignung der der Böden rund um die heutigen Heurigengemeinde im Bezirk Mödling für den Weinbau erkannt. Spätere Herrscherdynastien taten es ihnen gleich. Besonders am Herzen lag der Weinbau dem Habsburger und späteren Kaiser Karl VI. – sodass dieser anno 1690 im jetzigen Melkerhof eine Kellerei und ein Presshaus mitsamt einer gewaltigen Weinpresse errichten ließ.
Zehn Meter langer Pressbaum
Noch heute sind die herrschaftlichen Insignien mit Wappen und einem zehn Kilogramm schweren Löwenkopf auf dem gewaltigen Holzbalken zu sehen. „Mit dem zehn Meter langen Pressbaum konnte man mehr als vier Tonnen Trauben pressen“, erklärt Kellermeister Konrad Reisacher die Dimensionen. Laut Überlieferung betrieb Kaiser Karl den Weinbau hier höchstpersönlich und wohnte während der Lese auch in Gumpoldskirchen, um die Produktion des Rebensaftes zu überwachen. „Sein Schlafzimmer soll sogar mit einem direkten Zugang zum Weinkeller ausgestattet gewesen sein“, sind Ortschef Ferdinand Köck und Vizebürgermeisterin Dagmar Händler mit den Feinheiten der lokalen Geschichte bestens vertraut.
Nach seiner Krönung zum Kaiser übergab Karl VI. das Weingut an die imperiale Verwaltung, seine Tochter Maria Theresia veräußerte es schließlich an die Benediktiner von Melk. 1970 wurde es an die alteingesessene Winzerfamilie Aigner verpachtet. Hausherrin Margit Aigner hat das ehemalige kaiserliche Presshaus zu neuem Leben erweckt – heute kann man im Melkerhof etwa vor Kaiser Karls Weinpresse den Bund fürs Leben schließen.
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