Die zwei großen Motorsport-Events locken jedes Jahr Fanmassen an den Red-Bull-Ring im Murtal. Unter den Zuschauern gibt es aber große Unterschiede, wie ein Touristiker der „Krone“ erklärt.
Das Murtal darf sich wieder einmal über Hunderttausende Nächtigungen freuen, wenn in diesen Tagen die Motorrad-Weltmeisterschaft am Red Bull Ring in Spielberg gastiert. In den vergangenen Jahren kam die als MotoGP bekannte Rennserie zwar nicht ganz auf die Zuschauerzahlen der Formel 1 – „aber sie ist immer noch die zweitwichtigste Veranstaltung in der Region“, weiß Michael Ranzmaier-Hausleitner, der Obmann des Tourismusverbandes Murtal.
Wir sind mittlerweile verwöhnt durch den Hype um die Formel 1, der uns mit 300.000 Fans eine Ausnahme beschert. Die MotoGP ist aber klar das zweitwichtigste Event.

Michael Ranzmaier-Hausleitner, Obmann Murtal-Tourismus
Bild: Michael Jurtin Photography
Mehr Familien bei der Formel 1
So unterschiedlich wie die beiden Motorsport-Veranstaltungen sind, so unterschiedlich zeigen sich auch die Zuschauer, wenn sie in der Steiermark ihre Zelte aufschlagen: „Der klassische Formel-1-Gast ist zu hundert Prozent fokussiert auf das Event und die Party, die durch die Massendynamik sehr dominant ist. Die Motorrad-Fans schauen in der Region mehr nach links und rechts, reisen oft auch erst kurzfristig mit dem eigenen Motorrad an. Dementsprechend findet man bei der Formel 1 auch mehr Familien als bei der MotoGP. Es sind schon zwei verschiedene Welten.“
Selbst bei den Nationalitäten der Fans: „Bei der MotoGP kommen etwa 60 Prozent der Fans aus Österreich und 40 aus dem Ausland, bei der Formel 1 ist es genau umgekehrt. Dort sind alleine jährlich 50.000 Fans aus den Niederlanden am Start.“
„MotoGP fehlt Aushängeschild“
Die am Red Bull Ring Weltmeister Max Verstappen als großen Publikumsmagneten anfeuern. Einen solchen vermisst man in der Motorrad-WM derzeit, was man auch an den Zuschauerzahlen merke. „Ein Aushängeschild, das Tausende Fans mobilisiert, fehlt hier. Einer wie Valentino Rossi.“ Der Motorrad-Superstar beendete vor drei Jahren seine Karriere.
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