Der Ryder Cup gastiert in Wien! Und zwar jener für blinde und sehbehinderte Golfer. Seit Mittwoch duellieren sich im Golfpark Wien-Süßenbrunn beim sogenannten Vision Cup das Team Nordamerika (USA/Kanada) und der Rest der Welt. Mit heimischer Beteiligung.
In letzterem Team spielt Karin Becker, die auch Präsidentin des Internationalen Blindengolf-Verbands ist. Die Tirolerin verlor Anfang der 1990er-Jahre während ihres Architekturstudiums wegen eines Gendefekts binnen drei Monaten fast ihre gesamte Sehkraft. Sie fuhr trotzdem weiter Ski, erlernte dann auch das Golfspielen. „Es ist ein Sport, den man sein ganzes Leben lang ausüben kann, man kann Teil des sozialen Lebens in seiner Region sein, neue Freunde treffen, Spaß haben und herausfinden, wie viel Lebensfreude man bekommt, wenn man versucht, sich mit diesem kleinen weißen Ball anzufreunden“, erzählt sie mit Begeisterung.
Sohn als Guide dabei
Es gelten dieselben Regeln wie beim regulären Golfsport – bis auf wenige Ausnahmen. Der Guide (bei Becker bekleidet diese Rolle in Wien ihr Sohn Jakob) ist wie in allen anderen Blindensportarten ein wesentlicher Bestandteil des Teams. Er gibt die Richtung des nächsten Lochs an, richtet den Golfer zum Ziel aus.
Die Beschaffenheit des Grüns kann Becker mit ihren Füßen lesen, sie spürt jedes Break. Dazu hat sie ein exzellentes Gehör: „Wenn ich geschlagen habe, höre ich sofort, ob es perfekt war oder der Ball nach links beziehungsweise rechts weggeht.“
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