Seit Freitag laufen im BMW-Werk in Steyr (OÖ) erstmals E-Motoren vom Band. Bis zu 800 Kilometer Reichweite sollen damit möglich sein. Am Verbrenner will man dennoch festhalten: „Die E-Mobilität kommt, aber nicht linear, sondern in Wellen“, sagt BMW-Produktionsvorstand Milan Nedeljković. Auch die Bundesregierung gab sich in der Eisenstadt ein Stelldichein.
„Neues Kapitel“ oder gar „historischer Meilenstein“ – beim Eröffnungsfest im BMW-Werk in Steyr wurde mit Superlativen um sich geworfen. Der Anlass: Seit Freitag laufen dort, wo seit 1983 Motoren hergestellt werden, erstmals elektrische Antriebe in Serie vom Band. Sie sollen in den neuen BMW iX3 eingesetzt werden, der wiederum im Fertigungswerk Debrecen in Ungarn zusammengebaut wird und eine Reichweite von bis zu 800 Kilometern erreichen soll.
1000 Jobs in E-Montage
Für die Herstellung der E-Motoren krempelte BMW sein Werk in Steyr einigermaßen um: Rund 85.000 Quadratmeter neue Produktionsfläche wurden geschaffen, insgesamt werden bis 2030 eine Milliarde Euro in die E-Mobilität am Standort investiert. In der neuen Montage für die Elektro-Antriebe finden sich künftig rund 1000 Arbeitsplätze. Bis 2030 könnten, je nach Marktlage, bis zu 50 Prozent der Belegschaft im E-Bereich tätig sein. Aktuell hat BMW-Steyr rund 4900 Mitarbeiter.
„E-Mobilität kommt in Wellen“
Trotz des großen Umbaus mit einigen Jahren Vorlaufzeit – schon im Dezember 2023 waren die neuen Produktionshallen fertiggestellt worden und in der Entwicklung des neuen E-Motors stecken 70 angemeldete Patente – will man in Steyr weiter am Verbrenner festhalten. „Die E-Mobilität kommt, aber nicht linear, sondern in Wellen. Daher ist es zu kurz gegriffen, rein auf Elektro zu setzen“, sagt BMW-Produktionsvorstand Milan Nedeljković. Man setze auf „Technologieoffenheit“.
Stabilität als Wettbewerbsvorteil
Die Eröffnung der Produktionslinien für E-Motoren ließen sich auch Spitzen der Politik nicht nehmen: Neben „Hausherr“ und BMW-Steyr-Chef Klaus von Moltke waren bei der Feier zum Fertigungsstart auch Bundeskanzler Christian Stocker, Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer sowie Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (alle ÖVP).
Dass die E-Motoren von BMW ausgerechnet im oberösterreichischen Steyr produziert werden, kann als Bekenntnis zum Industriestandort Österreich verstanden werden. Es gebe im weltweiten Wettbewerb der Standorte Parameter, bei denen Österreich nicht konkurrieren könne, sagt Kanzler Stocker anlässlich der Eröffnung. Aber: „Es ist wichtig, Stabilität bieten zu können. Das bieten wir BMW und der gesamten Wirtschaft gerne an“ – gerade in Zeiten globaler Unsicherheiten, Stichwort Zollstreit.
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