„Bereits desaströs“
Biden kämpft jetzt mit massivem Spendenrückgang
Nicht nur der Rückhalt in der eigenen Partei bröckelt, US-Präsident Joe Biden hat laut Medienberichten nun auch Probleme, Spenden für seinen Wahlkampf zu lukrieren. Während Biden noch mit all seiner Kraft um die Kandidatur kämpft, bereitet sich sein Team auf erhebliche finanzielle Einschnitte vor.
„Das Geld ist völlig versiegt“ zitiert der US-Sender NBC News einen von vier Vertrauten aus dem Wahlkampfteam des amtierenden Präsidenten. Dies sei eindeutig eine direkte Auswirkung der desaströsen TV-Debatte zwischen Biden und Trump vor rund zwei Wochen, heißt es weiter.
Großspender wenden sich ab
In diesem Monat habe es alleine bei den Großspendern einen Rückgang um die Hälfte, „oder noch viel mehr“ gegeben haben. „Die Spender sind negativ eingestellt. Sie hatten ein Telefonat mit dem Präsidenten. Ich glaube nicht, dass die Leute das glauben“, bezieht sich eine weitere Quelle auf ein kürzlich stattgefundenes Fundraising-Gespräch zwischen Biden und Spendern. Kurz danach sei zwar ein Anstieg der Spenden verzeichnet worden, aber das sei sehr schnell wieder abgefallen.
Aus Bidens Team sind hingegen ganz andere Töne zu hören: „Das ist nicht korrekt“, dass es weniger Spenden gebe, stellte eine Sprecherin von Bidens Kampagne umgehend klar. Die ersten Tage im Juli seien sogar – was Erstspender betrifft – der beste Monatsstart seit Beginn der Kampagne gewesen. 97 Prozent der Spenden kämen ohnehin von Kleinspendern, die weniger als 200 Dollar zur Verfügung stellen.
Mit Spendenboykott Rücktritt erzwingen?
Eine weitere Person aus dem Team gibt sich indes zuversichtlich, dass es sich aktuell nur um ein vorübergehendes Tief handeln könnte und vor allem die Großspender zurückkehren könnten, um einen Präsidenten Donald Trump zu verhindern. Sollte dies nicht der Fall sein, „werden wir es ohne sie machen“, soll ein Biden-Berater ihm im Vertrauen gesagt haben.
Für Biden aber besonders schmerzvoll: Zuletzt haben sich wichtige Großspender der Demokraten abgewandt. So etwa auch Abigail Disney, Enkelin des Walt-Disney-Mitgründers, die mit ihrem Spendenboykott seinen Bidens Rückzug erzwingen will. „Wir könnten diese Wahl mit Abstand gewinnen“, zeigte sie sich mehr als unzufrieden.
Biden: „Egal, was Millionäre sagen“
Der angeschlagene Frontmann reagierte trotzig, sei es ihm doch „egal, was die Millionäre sagen“, poltere er, um kurz darauf wieder zurückzurudern. Er danke den Finanziers, die zu ihm stünden, sagte er gegenüber „Politico“. Und das wohl nicht grundlos: Sein Vorsprung im Spendenmarathon gegenüber Trump ist schon dahin.
Während er im zweiten Quartal auf immerhin 264 Millionen US-Dollar einsackte, gab es für seinen Herausforderer 331 Millionen Dollar. Versiegt nun der Geldstrom weiter, wird es umso schwieriger, Anzeigen und Werbespots zu finanzieren – und die Chancen nehmen ab, als Erster über die Ziellinie im November zu gehen.
Rückhalt in Partei schwindet rasant
Der Gegenwind weht dem Präsidenten aber nicht nur bei den Spendern immer stärker entgegen. Durch die Blume legte ihm bereits Parteifreundin (und eine der wichtigsten Köpfe bei den Demokraten) Nancy Pelosi nahe, doch ernsthaft einen Rückzug in Erwägung zu ziehen.
Auch im Kongress verliert er zunehmend an Rückhalt: Einer Umfrage zufolge sprechen sich 56 Prozent der befragten Parteianhänger dafür aus, dass der 81-Jährige sich aus dem Präsidentschaftsrennen zurückzieht.









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