„Es ist Zeit ...“
Biden schreibt Brief und ruft im Fernsehen an
In den USA steht Präsident Joe Biden nach dem verpatzten TV-Duell mit Donald Trump und anderen erratischen Auftritten weiter unter dem Druck aus den eigenen Reihen, seine Wiederwahl-Pläne zu überdenken. Nach ausführlichen Gesprächen mit Spitzen der Demokratischen Partei hat der Staatschef am Montag in einem Brief Forderungen nach einem Rückzug erneut entschieden zurückgewiesen. Außerdem rief Biden im Frühstücksfernsehen an.
„Ich bin fest entschlossen, bis zum Schluss im Rennen zu bleiben und Donald Trump zu schlagen“, tönt Biden in einem zweiseitigen Schreiben, das unter anderem dem Sender CNN und der „New York Times“ vorlag. „Ich habe die Bedenken der Menschen gehört – ihre in gutem Glauben geäußerten Ängste und Sorgen darüber, was bei dieser Wahl auf dem Spiel steht. Ich bin ihnen gegenüber nicht blind.“ Er würde aber nicht wieder antreten, wenn er nicht absolut davon überzeugt sei, der beste Kandidat zu sein, um gegen seinen republikanischen Herausforderer Trump zu gewinnen.
„Ich weigere mich, das zu tun“
In den demokratischen Vorwahlen hätten Millionen Wählerinnen und Wähler ihre Stimmen abgegeben, schrieb Biden außerdem. Dies müsse gewürdigt werden: „Sagen wir jetzt einfach, der Prozess bedeutet nichts? Dass Wählerinnen und Wähler kein Mitspracherecht haben? Ich weigere mich, das zu tun.“ Nun sei es an der Zeit, das Hinterfragen und das Zweifeln zu beenden und als „geeinte Partei“ aufzutreten. Denn schließlich habe man „eine Aufgabe“ zu erledigen: „Donald Trump besiegen!“
„Fordert mich beim Parteitag heraus!“
Biden griff auch zum Telefonhörer und rief im Studio des MSNBC-Frühstücksfernsehens an, um seinen Standpunkt mehr als deutlich zum Ausdruck zu bringen. „Ich habe ihn beim letzten Mal geschlagen. Ich werde ihn dieses Mal schlagen“, meinte der 46. Präsident der Vereinigten Staaten zu seinem republikanischen Herausforderer.
Seinen desaströsen Auftritt im TV-Duell Ende Juni gegen Trump bezeichnete Biden als „fürchterlichen Abend“, von denen er in seiner Karriere nicht viele gehabt habe. „Ich bereue wirklich, dass das passiert ist.“ Zweiflern innerhalb seiner Partei, die einen alternativen Präsidentschaftskandidaten fordern, bot Biden Paroli: „Macht doch! (...) Fordert mich beim Parteitag heraus!“
Davor haben die Demokraten Angst
Bei den Demokraten geht die Befürchtung um, dass Bidens Lage sich auf das eigene Mandat auswirken könnte – bei der US-Wahl im November stehen neben dem Präsidentenamt auch alle Sitze im Repräsentantenhaus zur Abstimmung sowie ein Drittel aller Sitze im Senat. Im Zuge der am heutigen Montag beginnenden Sitzungswoche im US-Parlament wird vor allem deshalb mit weiteren Abweichlern gerechnet.










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