Sa, 21. Juli 2018

EZB schlägt Alarm

07.12.2012 11:32

Wirtschaft im Euro-Raum dürfte auch 2013 schrumpfen

Die Europäische Zentralbank hat die Wachstumsprognose für die Euro-Zone für 2013 dramatisch nach unten revidiert - von ursprünglich +1,1 Prozent zu Jahresbeginn auf -0,3 Prozent. Das gab der Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, Ewald Nowotny, am Freitag in Wien bekannt. Der OeNB-Chef konstatierte, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung im Euro-Raum eindeutig in einer Rezessionssituation befinde, wobei aber der Tiefpunkt der Konjunktur in diesem Quartal erreicht sei.

Aufgrund der Erfahrungen der letzten Monate könne er aber nicht ausschließen, dass dieser Punkt wieder nach hinten verschoben werden muss, so Nowotny.

Die - ohnehin schon trübe - EZB-Prognose für 2012 wurde indes von -0,1 Prozent auf -0,4 Prozent und zuletzt auf -0,5 Prozent reduziert. Für 2013 fielen die Revisionen noch dramatischer aus, nämlich von ursprünglich +1,1 Prozent auf 1,0 Prozent, dann auf 0,5 Prozent und jetzt auf -0,3 Prozent, aus Wachstumshoffnung wurde also Rezession.

Positive Signale auf Finanzmärkten
Das Bild der veröffentlichten EZB-Prognose sei, so Nowotny, zwiespältig. Zwar gebe es positive Signale am Anleihenmarkt, wo die Renditeaufschläge seit Jahresmitte deutlich zurückgegangen seien, auch die Aktienmärkte hätten sich sehr gut entwickelt - wenn man dies als vorauseilenden Indikator sehen wolle. Und bei der Inflation sehe man eine sinkende Tendenz, ebenfalls eine tendenziell positive Entwicklung.

Problematisch sei aber die Realwirtschaft. Hinter der Prognosereduktion für 2013 im Euro-Raum auf -0,3 Prozent stehe im Einzelnen ein Minus beim staatlichen Konsum von 0,6 Prozent und von 2,6 Prozent bei den Investitionen - hauptsächlich die öffentlichen Investitionen gingen stark zurück. Gegengewicht seien die Exporte, bei denen ein Plus von 2,6 Prozent erwartet wird. Insgesamt ergebe sich ein "sehr negativer Wert" für den gesamten Euro-Raum. "Wir sind eindeutig in einer Rezessionssituation", bilanzierte Nowotny.

Der Nationalbank-Gouverneur geht davon aus, dass auch die letzten Prognosen der OECD für die einzelnen Euro-Länder noch zu optimistisch sind. "In größeren Ländern ist eine Stagnation zu erwarten. Viele Staaten werden noch unter dem Vorkrisenniveau von 2007 bleiben." Österreich und Deutschland würden unter den Industriestaaten jedoch zu den einzigen gehören, die darüber liegen.

Inflation in Österreich unter zwei Prozent
"Die Inflation in Österreich sehen wir 2013 unter zwei Prozent", sagte Nowotny - konkret rechnet die OeNB mit 1,7 Prozent VPI-Anstieg - nach 2,5 Prozent im heurigen Jahr. Die Arbeitslosenquote (gemäß Eurostat) werde 2013 und 2014 leicht ansteigen, sie werde aber noch immer die niedrigste der EU sein, unterstrich Nowotny. Außerdem wachse die Beschäftigtenzahl an. Zudem weise Österreich eine positive Leistungsbilanz in einer respektablen Größe auf, so der OeNB-Gouverneur.

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