So, 19. August 2018

Amnesty schockiert

04.12.2012 12:30

"Entsetzlicher Missbrauch" durch Al-Kaida im Jemen

14 Monate lang war die jemenitische Provinz Abiyan unter der Kontrolle eines Arms der Al-Kaida, nun deckt ein Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International die Gräueltaten der Terrororganisation an der Bevölkerung auf. Eine "Menschenrechtskatastrophe" habe sich abgespielt, so Amnesty, es sei zu "entsetzlichem Missbrauch" wie Kreuzigungen, öffentlichen Exekutionen, Amputationen und Auspeitschungen gekommen.

Zwischen Februar 2011 und Juni 2012 war die südliche Provinz des Jemen in der Hand der Ansar al-Sharia, einem Ableger der Al-Kaida. Möglich war das nicht nur aufgrund von Waffengewalt, in einigen Gegenden waren die Kämpfer anfangs gern gesehen. Schließlich konnten sie helfen, wo der überforderte Staat seine Bürger über Jahre allein gelassen hatte: "Sie schafften ihr eigenes Polizeisystem, ihr eigenes Gerichtssystem", so Jemen-Experte Gregory Johnsen gegenüber CNN. "Sie fingen an, Brunnen zu graben, elektrische Leitungen in Dörfer zu verlegen, wo nie zuvor welche gewesen waren, die im Grunde von der jemenitischen Regierung jahrzehntelang ignoriert worden waren."

Doch je länger die Al-Kaida-Kämpfer geblieben seien, desto unbeliebter hätten sie sich gemacht, so Johnsen. Vor allem ihre drakonischen Strafen versetzten die Bevölkerung in Angst und Schrecken, wie Amnesty im Bericht "Conflict in Yemen: Abyan's Darkest Hour" nun schildert.

Kreuzigungen und öffentliche Exekutionen
Ein Mann, dem Spionage für die USA vorgeworfen wurde, etwa sei getötet und danach gekreuzigt worden. Der verrottende Körper sei als Warnung tagelang im Freien gelassen worden, wie ein Video beweise. Ebenfalls auf Band festgehalten habe man, wie ein gefesselter Mann mit Augenbinde auf einem öffentlichen Platz für die Exekution vorbereitet wurde - er habe für Saudi-Arabien spioniert, so der Vorwurf der Al-Kaida.

Angebliche Hexe geköpft
Aber nicht nur - angebliche oder echte - Spione wurden getötet, eine Frau sei unter dem Vorwurf der Hexerei geköpft worden, so Amnesty. Auf einem Video sei zu sehen, wie ihr abgetrennter Kopf anschließend durch die Straßen getragen wurde. Einem jungen Mann, der des Diebstahls bezichtigt wurde, wiederum hätten die Al-Kaida-Mitglieder öffentlich die Hand amputiert. Zuvor sei er fünf Tage lang eingesperrt und geschlagen worden, so sein Bericht. Ein Video soll zeigen, wie ihm unter Narkose die Hand abgenommen wurde, die anschließend unter "Gott ist groß"-Schreien der Menge präsentiert wurde.

Menschenrechtsverletzungen auch von Armee
Doch die Bevölkerung habe seit der Machtübernahme der Ansar al-Sharia nicht nur unter den Terroristen, sondern auch den Rückgewinnungsmaßnahmen der jemenitischen Regierung gelitten, so Amnesty. Seit dem Mai 2011 gab es immer wieder blutige Kämpfe, bei denen "beide Seiten internationale Menschenrechte verletzten", berichtet Cilina Nasser von Amnesty. Die Armee habe die Einwohner "rücksichtslos Gefahren ausgesetzt", zahlreiche Zivilisten - darunter auch Kinder - seien getötet und etwa 250.000 aus ihrer Heimat vertrieben worden.

Die jemenitische Regierung hat nun versprochen, den Amnesty-Bericht genau zu studieren. Sie bemühe sich, Menschenrechte zu fördern und zu schützen, so ein Sprecher der jemenitischen Botschaft in Washington.

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