Es ist das bisher bewegendste Bild dieser EM: Ukrainische Soldaten, die in einem dunklen Bunker an der Front gebannt dem Spiel ihrer Mannschaft folgen. Dort, wo die Hölle auf Erden so spürbar sein muss, flüchteten sie für einen kurzen Moment in Gedanken vom Schlacht- aufs Spielfeld. Wie sehr hätte man ihnen einen erfolgreichen Auftakt in dieser EM gewünscht.
Wir Österreicher mögen morgen auf unser Sommermärchen hoffen, aber dieses Bild lässt ahnen, wie viel nötiger als jede andere Mannschaft die Ukrainer das Wunder eines Sieges brauchen. Wie sehr der Fußball die Hoffnung nährt in einem Land, das sich mit der Hoffnung immer schwerer tut.
Während es anderen Nationen nur ums Gewinnen in einem Spiel geht, trägt die ukrainische Mannschaft eine immense symbolische Verantwortung auf ihrem Rücken. „Die Raketen fliegen jeden Tag. Es ist unsere Aufgabe zu zeigen, dass wir alle noch am Leben sind und gegen die Russen kämpfen“, so Nationaltrainer Sergiy Rebrov. Und auch der Präsident des ukrainischen Fußballverbands, die Kicker-Legende Andriy Schewtschenko betont, man wolle den „Menschen zu Hause ein kleines Stückchen Glück geben“.
Ein kleines Stückchen Glück . . . im ZDF brachte es ein Fan aus Lwiw berührend auf den Punkt: „Für mich spielt Fußball eine große Rolle, denn er verbindet, er verteidigt und ist immer gegen den Krieg.“
Mögen sie morgen ihren kleinen großen Sieg erringen . . .
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