Wegen „ernster Lage“
Hollande tritt bei Wahl in Frankreich an
Der frühere französische Präsident François Hollande hat überraschend angekündigt, bei der Neuwahl seines Landes zu kandidieren. Dabei strebt er laut eigener Aussage nichts für sich persönlich an. Vielmehr sei die Lage aufgrund extremer Rechter „außergewöhnlich ernst.“
„Seit der Befreiung von den Nazis war die extreme Rechte noch nie so nah an der Macht“, sagte der Politiker der Sozialistischen Partei am Samstag. Er unterstützt daher den Zusammenschluss linker Parteien, die den rechtspopulistischen Rassemblement National (RN) stoppen wollen. Die RN hatte bei der Europawahl vor fast einer Woche ungefähr 31,5 Prozent der Stimmen bekommen.
Wie berichtet, hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron als Reaktion darauf das Parlament aufgelöst und kurzfristig Neuwahlen ausgerufen (siehe Video oben). Diese sind für 30. Juni und 7. Juli angesetzt. Macrons Partei ist die liberale Liste Renaissance.
Bald RN-Premierminister?
Umfragen nach könnte die RN bei der Parlamentswahl auf ein ähnlich hohes Ergebnis wie bei der Europawahl kommen. Damit wäre sie die stärkste Kraft im Parlament und könnte sogar die Premierministerin oder den Premierminister stellen. Hollande stellte zu diesem Amt klar, dass er nichts für sich persönlich anstrebe. „Ich war Präsident der Republik.“
Er habe „in einer außergewöhnlichen Lage eine außergewöhnliche Entscheidung“ getroffen. Es komme selten vor, dass ein ehemaliger Präsident in einem Wahlkreis als Abgeordneter kandidiere. Der 69-Jährige war von 1988 bis 1993 sowie von 1997 bis 2012 Abgeordneter seiner Heimatregion Corrèze, das Amt des Präsidenten übte er von 2012 bis 2017 aus.
Am Samstag rief er die Französinnen und Franzosen dazu auf, die rechtspopulistischen Parteien bei der Wahl zu stoppen.









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