Ursula von der Leyen auf der Suche nach der absoluten Mehrheit im EU-Parlament, die sie für ihre Wiederbestellung braucht: Das sind 361 von 720 Stimmen. Ihre Europäische Volkspartei blieb zwar stärkste Kraft, aber nur mit 25 Prozent. Die anderen 25 Prozent holte sie sich bisher im linksliberalen Lager. Das zählt aber zu den großen Verlierern.
Jenen beiden Staatsführern, die Frau von der Leyen vor fünf Jahren vereint ins Amt gehievt hatten, Macron und Orbán, ist zu Hause ordentlich die Schneid abgekauft worden. Orbáns Herausforderer (aus den eigenen Reihen!) erzielte aus dem Stand 30 Prozent.
Den Ton geben jetzt zwei siegreiche Frauen an, obwohl sie gar nicht im EU-Parlament sitzen: Marine Le Pen und Giorgia Meloni. Zu Italiens Ex-Neofaschistin hat von der Leyen bereits die Fühler ausgestreckt. Dafür droht ihr die Euro-Linke mit Stimmenentzug.
Insgesamt ist der Rechtsruck in Europa weniger krass ausgefallen als vorhergesagt. Die bürgerliche Mitte hielt stand.
Die rote Karte für die falsche Migrationspolitik erhielt das linksgrüne Lager. Der Ärger über die Folgen des Migrationsdrucks verdrängte die Sorgen über die Folgen des Klimawandels auf den zweiten Platz.
Le Pen (Pro-Russland) und Meloni (Pro-Ukraine) peilen auf EU-Ebene eine Verschwesterung an. Die Miss-Töne in der rechten Front zeichnen sich schon ab, denn unter Nationalisten kann es keine Einigkeit geben.
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