Definitiv abgesagt werden musste das Diskuswurf-Finale. Dieser Wettbewerb soll nun am Donnerstag über die Bühne gehen. Um einen Tag auf diesen Mittwoch wurden die Dreisprung-Qualifikation der Männer und die 200-m-Zwischenläufe verlegt.
"Gegen solche Naturgewalten ist man nicht rückversichert", sagte Helmut Digel, Vizepräsident des Weltverbandes IAAF. Einen Notplan gebe es nicht. "Kritisch wäre es, wenn ein ganzer Tag ausfallen würde, da es einen sehr ausgeklügelten Zeitplan gibt, in denen Athleten auch die Möglichkeit eines Doppel-Starts gegeben wird."
Sturzbachartige Regenfälle, stürmische Windböen und Blitze überraschten die Athleten im Olympiastadion von einer Minute auf die andere, als das Gewitter um 17.48 Uhr begann und gut eine Stunde über Helsinki wütete.
Auf der Tartan-Bahn stand das Wasser mehrere Zentimeter hoch, als die Hürdensprinterinnen zum zweiten Vorlauf über 100 Meter vor den Startblöcken Aufstellung nahmen. Sie mussten noch Minuten lang den Regen auf sich einprasseln lassen, ehe die Kampfrichter ein Einsehen hatten. Die Zehnkämpfer waren gerade bei ihrer vierten Disziplin, dem Hochsprung, als sie in die Katakomben geschickt wurden. Bereits am Mittag waren die Vorboten des Unwetters zu spüren: Die Qualifikation der Stabhochspringer wurde durch Böen zur "Wind-Lotterie."
Die Zuschauer im fast vollständig gefüllten Olympiastadion mit einer Sitzplatz-Kapazität von 40.000 Besuchern verließen beim Hereinbrechen des Unwetters fluchtartig die Tribünen, die ebenfalls keinen Platz im Trockenen boten. Die elektronische Anzeigetafel musste aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden. Feuerwehrleute mussten voll gelaufene Keller des Schauplatzes der Olympischen Spiele von 1952 auspumpen.
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