Ghosting gab‘s schon immer, aber in letzter Zeit wird‘s zum gravierenden Problem für Firmen: Bewerber sind für sie nicht mehr erreichbar, manche kehren ihnen sogar nach einer Zusage den Rücken. Diese von Personalberaterin Bettina Kern aufgezeigte Entwicklung wurde auf krone.at heiß diskutiert. Für manche fällt sie eher in die Kategorie „Retourkutsche“.
„Wer schon zehn andere Gespräche hatte, mehrere vielleicht sogar am selben Tag, für den ist die Firma eine Nummer.“ So erklärte Personalberaterin Bettina Kern, warum die Beziehung zwischen Unternehmen und Jobbewerbern immer unverbindlicher wird.
Die Folge: Ghosting, bekannt aus der Dating-Welt, nimmt zu. Potenziell neue Mitarbeiter tauchen ab, sind nicht mehr erreichbar. Immer öfter ziehen sich Bewerber sogar zurück, obwohl sie der Firma eine Zusage gegeben hatten.
Ghosting holt Kandidaten ein. Man sieht sich ja immer zweimal. Und da spüren jetzt welche, dass sie sich eine Tür zugeworfen haben.

Bettina Kern, Chefin von Kern engineering Careers in Linz
Bild: Markus Wenzel
Kern hat wenig Verständnis für diese Entwicklung. Abzusagen sei eine Form des Anstands, meinte sie. Auf krone.at wurde dazu heiß diskutiert. „So wendet sich das Blatt“, kommentierte ein Leser. Auch ein anderer war nicht überrascht: „Seit Jahrzehnten ist das doch bei den Unternehmen Usus. Man schreibt Bewerbungen und bekommt nicht einmal eine Rückmeldung.“
Verbesserungspotenzial auf beiden Seiten
„Der schlechte Anstand beruht auf Gegenseitigkeit“, ergänzte ein anderer. Von Bewerbungen, auf die es nicht einmal eine Reaktion gab, wurde berichtet. Beide Seiten haben offenbar Verbesserungspotenzial.
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