So, 16. Dezember 2018

Kam "tot" zur Welt

22.10.2012 09:00

Vom Wunder zum Sozialfall: Kein Job für Kärntnerin (32)

Als "Wunder von Klagenfurt" hat sie 1980 auf der halben Welt für Schlagzeilen gesorgt: Bei ihrer Geburt hatte Annemarie Erlacher (Bildmitte) keinen Herzschlag und wurde von den Ärzten für tot erklärt. 15 Stunden später "erwachte" das Baby dann in der Pathologie zum Leben. Obwohl viele der Familie ihre Unterstützung zugesagt hatten, ist die 32-Jährige heute ein Sozialfall.

Weil nach ihrer Geburt kein Herzschlag festzustellen gewesen war, überbrachten die Ärzte Mutter Franziska (links im Bild) die Nachricht vom Tod ihres Babys. "Ich war damals nicht schockiert. Insgeheim habe ich immer gespürt, dass Annemarie am Leben ist", erinnert sich die heute 60-Jährige.

Baby begann nach 15 Stunden zu schreien
15 Stunden nachdem sie vom Tod ihrer Tochter erfahren hatte, fing das Baby - bereits in der Pathologie - zu schreien an. Ein LKH-Mitarbeiter alarmierte die Ärzte, das "Wunder" war perfekt. Da die Mediziner dem Baby jedoch keine Lebenschance gaben, wurde die Mutter überhaupt erst später über das Erwachen der kleinen Annemarie informiert.

Die Nachricht verbreitete sich dann wie ein Lauffeuer, aus der halben Welt kamen Glückwünsche, weit über Europa hinaus wurde über das "Wunder von Klagenfurt" berichtet. Politiker stellten sich mit Blumensträußen ein und versprachen, der Familie zu helfen.

"Annemarie hat 80 Prozent Beeinträchtigung"
Heute ist Annemarie 32 Jahre alt. "Ich weiß, dass es damals etwas Besonderes war, was da passiert ist", sagt die aufgeweckte Klagenfurterin. Als "Wunder" hat sie es aber nie gesehen. Im Gegenteil: Sie möchte nicht ausschließlich mit ihrer Geschichte identifiziert werden, sondern wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich einen Job zu finden und auf eigenen Beinen stehen zu können. "Annemarie hat 80 Prozent Beeinträchtigung", erklärt Vater Franz (Bild). Aus dem "Wunder" ist trotz etlicher Unterstützungszusagen ein Sozialfall geworden.

"Einen Job zu finden, ist für eine beeinträchtigte junge Frau wohl ein Ding der Unmöglichkeit", so die Eltern der 32-Jährigen, und trotz ihrer Beeinträchtigung habe sie keinen Anspruch auf Pension, berichtet der Vater. Dennoch gibt die Familie die Hoffnung nicht auf, dass Annemaries großer Wunsch, mit Kindern arbeiten zu dürfen, doch noch in Erfüllung gehen wird.

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