Mo, 17. Dezember 2018

Königsklasse

10.10.2012 16:21

Nichts für Gelegenheitsraser: "F1 2012"

Eine Lichtmaschine ist an sich nichts Besonderes. Vor allem in der Formel 1 ist dieses kostengünstige Teil eigentlich nicht der Rede wert. Sollte man meinen. Red Bull Racing wird diese Saison bestimmt anderes darüber denken, nachdem Defekte wichtige Punkte in der WM gekostet haben. Doch verloren ist noch nichts: Weltmeister Sebastian Vettel ist mit seinem Sieg in Japan erster Verfolger von Ferrari-Pilot Fernando Alonso. Damit das spannende Saisonfinale nicht nur passiv verfolgt werden muss, steht mit "F1 2012" die passende Alternative parat, um die Geschehnisse auf digitaler Ebene anders ausgehen zu lassen.

Bevor allerdings die heißen Duelle mit den Top-Piloten der Formel 1 beginnen, steht die Young Driver Challenge am Programm. Der Name verspricht vielleicht etwas mehr als letztendlich geboten wird, denn im Großen und Ganzen handelt es sich um das Tutorial. Dieses besteht aus einer Mischung aus Aufgaben und Videos, die die Steuerung näherbringen sollen. Völlig ohne Anstrengung sollten aber auch geübte F1-Spieler diesen Teil lieber nicht absolvieren. Die gezeigten Leistungen haben nämlich Einfluss darauf, welche Teams sich zum Start der F1-Karriere als Arbeitgeber anbieten.

Bei den ersten Fahrübungen, die auch die Nutzung von DRS und K.E.R.S. beinhalten, zeigt sich, dass sich der Bolide mit dem Gamepad besser steuern lässt als in der Vorsaison. Von den Erfolgen motiviert, führt das Training auf nassem Untergrund jedoch rasch über die Grenzen der Physik hinaus. Ein als Kreisel agierendes F1-Auto ist wohl eher nicht im Sinne des Teams. Mit einem vorsichtigeren Umgang mit Gas und Bremse lässt sich aber auch diese Aufgabe problemlos bewältigen.

Neue Spielmodi
Beim folgenden Blick auf die Spielmodi fällt das Fehlen des Grand-Prix-Modus auf. Dafür haben die Entwickler zwei neue, den Champions-Modus und die Saison-Challenge, spendiert. Beim Champions-Modus sind verschiedene Herausforderungen basierend auf entscheidenden Rennsituationen der besten Formel-1-Piloten der Welt zu meistern. Für unerfahrene F1-Spieler ist das eine gewaltige Herausforderung.

Für sie war daher wohl die Saison-Challlenge angedacht. Diese ähnelt einem Karriere-Modus in einer Light-Version: Insgesamt zehn Rennen inklusive Qualifying sind zu bestreiten, nach mindestens zwei Siegen in drei Rennen gegen den Rivalen eines Rennstalls winkt der Wechsel zu einem besseren Team. Was so simpel klingt, entpuppt sich jedoch als harte Nuss, die vornehmlich die F1-Profis knacken werden.

Nichts für ungeduldige Naturen
Für Einsteiger gilt trotz der drei Schwierigkeitsgrade, die nach wie vor nicht gut ausbalanciert erscheinen, eigentlich nur eines: üben, üben und nochmals üben! Ungeduldige Naturen werden also mit "F1 2012" bestimmt keine Freude haben. Wer sich allerdings die Zeit nimmt, wird nach und nach die ersten Erfolge einfahren. Zeit ist überhaupt ein Faktor, der in ausreichendem Ausmaß vorhanden sein sollte, wenn man sich an den Karriere-Modus macht. Die meiste Laune für Spiele zwischendurch bieten hingegen die Multiplayer-Modi.

Grafisch präsentiert sich "F1 2012" kaum verändert im Vergleich zum Vorgänger, wobei die Spielgrafik sowieso schon das höchste Niveau bot. Bei der Präsentation abseits des Renngeschehens gibt es hingegen noch einigen Raum für Verbesserung.

Zickende Rennleitung
Die KI sorgt dankenswerter Weise für wenig bis keinen Frust. Die computergesteuerten Fahrer verwechseln Formel-1-Rennen nämlich nicht mit einer Variante eines Crash-Car-Bewerbs und rammen einen nicht unmotiviert von der Strecke. Die Rennleitung dürfte dafür mit Laien besetzt worden sein, da sie teils aus unerklärlichen Gründen Strafen ausspricht. Frustabbau durch verstärkten Druck auf das Gaspedal endet, aus eigener Erfahrung, leider meistens nicht mit einem Platz am Stockerl, sondern in einem als Parkplatz umfunktionierten Reifenstapel.

Die dynamische Wetterfunktion sorgt leider für weiteren Unmut, da sich die im Rennen ändernden Wetterbedingungen im Spiel nicht konsistent wieder finden. Eigentlich sollten verschiedene Streckenabschnitte unterschiedliche Witterungsbedingungen haben. Diese existieren zwar, korrelieren aber mitunter nicht mit der Reifenwahl und die KI schafft teilweise bei Regen überirdische Rundenzeiten.

Fazit: "F1 2012" ist für Formel-1-Fans und solche, die es noch werden wollen, nach wie vor die beste Wahl. Es leidet jedoch ein wenig an den Macken beim dynamischen Wetter und der Vergabe von Strafen. Bleibt zu hoffen, dass entsprechende Updates bald Abhilfe schaffen. Das Rennspiel aus dem Hause Codemasters ist zudem nichts für Gelegenheitsspieler, die schnell mal eine Runde drehen möchten: Ohne entsprechende Einarbeitungszeit stellen sich nämlich keine Erfolge ein. Besitzer des Vorgängers dürften außerdem enttäuscht sein, da sich die Zahl der Änderungen in einem überschaubaren Rahmen hält.

Plattform: Xbox 360 (getestet), PS3, PC
Publisher: Codemasters
krone.at-Wertung: 8/10

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