So, 18. November 2018

Böse Polit-Satire

03.10.2012 16:35

"Die Qual der Wahl" zwischen Ferrell und Galifianakis

Kurz vor den US-Präsidentschaftswahlen liefern die US-Comedy-Stars Will Ferrell und Zach Galifianakis ein Meisterstück des satirisch-anarchischen Humors ab, das den vielleicht wahrhaftigsten Blick hinter die Kulissen des US-Politsystems bietet: "Die Qual der Wahl" (im Original: "The Campaign") nennt sich die Komödie, die einen altgedient-gelangweilten Demokraten und einen naiv-eitlen Republikaner im schmutzigen Wahlkampf um einen Senatorenposten in North Carolina zeigt. Ab Freitag (5.10.) im Kino.

Will Ferrell ("Anchorman", "Die Eisprinzen") spielt Cam Brady, der seit vielen Jahren als Senator fungiert und dem für seine fünfte Legislaturperiode eigentlich nur die Unterschrift unter dem Vertrag fehlt - denn üblicherweise hat er im 14. Wahlkreis keinen Gegenkandidaten.

Doch als sich Brady einen Lapsus mit einer schlüpfrigen Botschaft auf dem falschen Anrufbeantworter leistet, wittern die zwei großindustriellen Motch-Brüder (Dan Aykroyd, John Lithgow) ihre Chance, mit der Unterstützung einer willfährigen Polit-Marionette und neuen Gesetzen ihren eigenen Reichtum noch weiter zu vermehren. Als Opfer dieses Plans dient der Leiter des örtlichen Tourismusbüros, Marty Huggins.

Zach Galifianakis ("Hangover") spielt Huggins als klassischen Verlierer, der sich für größere Aufgaben berufen fühlt und sich in seinem Ehrgeiz von dem Angebot einer Politkarriere entsprechend geschmeichelt fühlt. Was anfangs dennoch nach einem klaren Rennen für Brady aussieht, wird dank eines skrupellosen Kampagnenmanagers (Dylan McDermott) und des Geldes der Gebrüder Motch bald zu einem erbitterten Zweikampf, in dem kein Manöver zu unwürdig scheint und das rasch in eine persönliche Schlammschlacht eskaliert - mit Terrorismusvorwürfen, Seitensprüngen und Trash-Talk bei öffentlichen Duellen inklusive.

Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch
Jay Roach, Regisseur der "Austin Powers"- und "Meine Braut"-Filme, setzt auf jede Menge groteske Situationskomik, deftige "Bad Taste"-Einlagen und hängt seinen verlässlich schrägen Comedy-Assen höchst bizarre Manierismen um. Was streckenweise ja auch echt amüsant ist. Dennoch hätte der Politfarce etwas scharfzüngige Cleverness im Stil von "Wag the Dog" ganz gutgetan. Eine späte Läuterung der Kontrahenten und die Enttarnung des korrupten Systems spülen den Streifen seltsam weich.

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