Mo, 20. August 2018

Blutbad in Wohnheim

02.10.2012 14:54

Nigeria: Dutzende Studenten bei Anschlag getötet

Unbekannte haben am Montag in einem Studentenheim in Nigeria ein Blutbad angerichtet und mindestens 26 Menschen getötet. Der Überfall ereignete sich in der Nähe des Campus der Polytechnischen Hochschule von Mubi im Nordosten des Landes. Die Polizei vermutet die radikalislamische Sekte Boko Haram hinter dem Anschlag.

Der Angriff ereignete sich in einem Wohnheim unweit des Federal Polytechnic Mubi Campus. Ein Dozent, der das Blutbad überlebte, berichtete der BBC, dass die Angreifer die Studenten zwangen, sich in einer Linie aufzustellen und ihre Namen zu sagen, bevor sie mehrere davon erschossen. Auch ein Student erklärte: "Ich habe gehört, dass die Täter anscheinend zunächst nach der ethnischen Zugehörigkeit gefragt und dann die Studenten erschossen haben." Nach Angaben eines Vertreters der Rettungskräfte wurden 15 Verletzte in ein Krankenhaus eingeliefert.

Einwohner flüchten aus der Stadt
Die Universität wurde bis auf Weiteres geschlossen, die Armee übernahm die Kontrolle der Stadt. In Mubi leben ungefähr gleich viele Christen wie Muslime. Der Dozent berichtete, viele Einwohner, ausschließlich Christen, würden nun aus Angst vor weiteren Anschlägen die Stadt verlassen. Die Menschen würden Äste auf ihre Autos stecken - in Nigeria ein Zeichen der Neutralität. Die Informationslage ist schwierig, weil die Islamisten kürzlich die Telefonmasten in der Region zerstört haben und Mobiltelefone kaum noch funktionieren.

Immer wieder Anschläge gegen Nicht-Muslime
Erst vor wenigen Tagen waren Ordnungskräfte in der Stadt mit einer groß angelegten Operation gegen die militante Gruppe Boko Haram vorgegangen, die jeglichen westlichen Lebensstil ablehnt. Dabei waren ein ranghoher Vertreter der Organisation getötet sowie rund 150 Boko-Haram-Mitglieder festgenommen worden. Die Sekte hat in den vergangenen Monaten immer wieder schwere Anschläge gegen Nicht-Muslime mit Hunderten Opfern verübt (siehe Infobox).

Islamistischer Gottesstaat als Ziel
Boko Haram interpretiert den Islam ultrakonservativ und fordert für den mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias die Errichtung eines islamischen Staates bzw. die Einführung der Scharia, der islamischen Rechtsordnung. Seit Beginn ihrer Anschläge 2009 sind nach Angaben des Roten Kreuzes bei den Attentaten der Sekte bereits rund 1.000 Menschen getötet worden.

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