So, 21. Oktober 2018

Wien an der Spitze

01.10.2012 09:30

177 Drogentote im Jahr 2011: Zahl der Obduktionen sinkt

Im vergangenen Jahr sind in Österreich durch Obduktion belegt 177 Menschen an Drogen-Überdosierungen gestorben. Das sind um sieben mehr als im Jahr 2010, wie aus dem aktuellen Bericht des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Keine Obduktionsberichte gab es vergangenes Jahr bei zusätzlich 24 wahrscheinlich "suchtgiftbezogenen" Todesfällen (2010: 17), was die Zahl der Opfer auf 201 steigen lassen würde.

In 95 Prozent der Fälle waren im Jahr 2011 laut dem Bericht Opiate mitverantwortlich am Tod der Drogenkonsumenten. Dieser Anteil schwankte zwischen 2007 und 2010 jeweils zwischen 97 und 100 Prozent.

Mischkonsum ist besonders gefährlich
Am tödlichsten war der Mischkonsum verschiedener Suchtgifte. Hier waren Opiate plus Medikamente und Alkohol die größte Gefahr. Im Jahr 2011 galt das für 151 der insgesamt 170 Drogentoten, bei denen spezielle toxikologische Untersuchungen durchgeführt wurden (89 Prozent). Das altbekannte Drogenersatzmittel Methadon wurde in 30 Fällen nachgewiesen, andere Opiate in 39 Fällen. Bei sechs Verstorbenen wurden Designer-Drogen nachgewiesen.

Wien als Spitzenreiter bei Drogentoten
Der Drogentod ist in Österreich "männlich". "24 Prozent der Verstorbenen - verifizierte Fälle - sind weiblich, 32 Prozent waren zum Zeitpunkt des Todes unter 25 Jahre alt", schrieb das Autorenteam des Berichts unter Charlotte Wirl. Unter den Bundesländern liegt bei der Häufigkeit von tödlichen Überdosierungen pro 100.000 Einwohnern im Alter zwischen 15 und 64 Jahren im Jahr 2011 die Bundeshauptstadt Wien mit knapp unter sieben an der Spitze. Dann folgen Tirol mit knapp unter fünf Opfern pro 100.000 Einwohner und Vorarlberg (statistisch etwas mehr als drei pro 100.000).

Den Experten macht insbesondere der Rückgang der gerichtsmedizinischen Untersuchungen Sorgen: "Es gilt, dem Trend sinkender Obduktionsraten bei Verdacht auf einen suchtgiftbezogenen Todesfall entgegenzuwirken." Diese Problematik gilt allerdings für alle Todesursachen in Österreich.

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