Mehr als 9000 Betroffene wurden in Niederösterreich im Vorjahr von der Schuldnerberatung unterstützt – ein Rekordwert mit weiterhin steigender Tendenz!
Eine Steigerung um rund sechs Prozent oder 500 Beratungs- und Gerichtstermine mehr – und damit einen absoluten Rekordwert – verzeichnete die Schuldnerberatung hierzulande im Vorjahr. „Die Teuerungswelle ist nach wie vor spürbar. Viele Menschen tappen unverschuldet und unvermutet in die Schuldenfalle“, erklärt Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister. Umso wichtiger sei es, frühzeitig einzugreifen. Während bei jungen Frauen die Durchschnittsverschuldung um 4100 Euro gestiegen ist, sei sie bei jungen Männern um rund 2.800 Euro gesunken.
Vorrangiges Ziel sei es daher, die Finanzkompetenz von Frauen weiter zu stärken – etwa mit Initiativen wie dem „Girl’s Day“, Finanzbildung an Schulen oder auch dem Finanzführerschein. Die Gründe für eine Verschuldung sind meist im Arbeitsplatzverlust oder dem Konsumzwang (vor allem am Handy) zu finden. „Rund 30 Prozent der Klienten sind in Vollbeschäftigung“, zieht Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig Bilanz.
35.672 Interventionen wurden im Vorjahr durchgeführt – das ist ein absoluter Rekordwert.
Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig
Mit fünf Regionalstellen hilft die Schuldnerberatung, einen Weg aus der Krise zu finden. Und der Bedarf ist groß: „Allein im ersten Quartal sind die Erstkontakte um 16,4 Prozent gestiegen. Jeder unserer 22 Berater betreut 460 Klienten“, sagt Geschäftsführer Michael Lackenberger. Eine Unterstützung mit Mehrwert, wie eine aktuelle Studie der Wirtschaftsuniversität belegt: Denn jeder in die Schuldnerberatung investierte Euro schaffe soziale und wirtschaftliche Auswirkungen im Gegenwert von 5,30 Euro.
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