Neues Bundesgesetz zu unbenutzten Wohnungen soll in Kärnten rasch umgesetzt werden. Wirtschaftskammer hält von den neuen Plänen jedoch wenig und fordert Revitalisierung.
Bis zu 53.000 Wohnungen stehen in Kärnten leer (wir berichteten). Wie viel Prozent davon auf Immobilienspekulanten entfallen, konnte bis dato noch nicht erhoben werden. Aber alle, die auf das große Geschäft mit leer stehenden Immobilien hofften, werden schon bald zur Kasse gebeten. Denn mit dem Beschluss des Nationalrates, dass Bundesländer in Zukunft eine Leerstandsabgabe einheben dürfen, will man den Spekulanten den Kampf ansagen.
Österreich braucht dringend ein Universalmietrecht mit wirksamen Mietpreisregulativen. Die Bundesregierung hatte das in ihrem eigenen Programm angekündigt, aber bis heute nicht umgesetzt.
Gaby Schaunig, Wohnbaureferentin des Landes Kärnten
Trotzdem kein Allheilmittel
In Kärnten soll schon bis Ende des Jahres ein Modell dafür erarbeitet werden. „Unsere Bestrebung ist es, dass wir in Abstimmung mit dem Koalitionspartner sowie dem Städte- und Gemeindebund ein Modell entwickeln, das in der Erfassung des Leerstandes praktikabel ist und den gewünschten Effekt erzielt“, sagt Kärntens Wohnbaureferentin Gaby Schaunig (SP). Sie hält das Bundesgesetz aber für kein Allheilmittel. Denn damit werde die allgemeine Wohnungsproblematik nicht gelöst.
Ähnlich wie Schaunig sieht das auch Paul Perkonig, Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer: „Die Ursachen für Leerstand sind vielfältig und reichen von veralteter Bausubstanz über hohe Investitionskosten bis hin zu strukturellen Veränderungen und Spekulation.“ Besonders im ländlichen Raum müsse man die Revitalisierung von Immobilien fördern, um leistbaren Wohnraum zu schaffen.
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