Man soll nicht gleich den Teufel an die Wand malen, doch die Vergangenheit lehrt den SKN St. Pölten, jede mögliche Geldquelle gründlich zu überprüfen.
Gespannt warten die Verantwortlichen des SKN St. Pölten auf die Finalisierung des Deals mit jenem Investor, der – wie die „Krone“ bereits Mitte März berichtete – auf Vermittlung des Spielerberaters Frank Schreier an die Traisen gespült werden soll. Der Salzburger hatte in seiner Funktion als externer Berater des SKN bereits vor drei Jahren die Kooperation mit Wolfsburg auf Schiene gebracht, den Klub somit zumindest kurzfristig vor dem Untergang bewahrt.
Der deutsche Bundesligist stieg wegen fehlender Perspektiven bekanntlich aus, zurückblieb die Frage, was St. Pölten einem Partner tatsächlich bieten kann. Ein schmuckes Stadion und eine Nachwuchs-Akademie, die beide nicht dem Klub gehören? Oder der dicke Brocken an negativem Eigenkapital? Es gibt schönere Formen einer Mitgift.
Investoren rufen Skeptiker auf den Plan
Sollte tatsächlich die US-Investment-Gruppe Athletic Ventures, die ihre Fußballgeschäfte über den Konzern „FC32“ mit Sitz in Australien abwickelt, beim SKN mit einigen Millionen einsteigen, muss sie kreativ sein, um irgendwann in die Gewinnzone zu kommen. Dass das Unternehmen ausgerechnet mit einem Zweitligisten aus Österreich kooperieren will, ruft natürlich die Skeptiker auf den Plan. Was man auch niemandem übel nehmen kann. Wohl mit ein Grund, warum sich die Klubspitze noch ziemlich bedeckt hält. Das traurige Theater zwischen der Wiener Austria und der Insignia-Group ist noch in Erinnerung.
Nur kein neuer Benjamin!
Aber auch St. Pölten selbst ist ein gebranntes Kind. Ein gewisser Benjamin Englisch, der eigentlich Abramovici hieß, hatte dem Klub im Jahr 1999 Millionen versprochen, die der Märchenonkel wenig später auf Gefängnismauern aufzeichnen konnte. Der SKN braucht Geld, keine Frage. Aber er ist gut beraten, alles doppelt und dreifach zu prüfen, um nicht die Existenz zu gefährden.
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