Ein Aktionskünstler inszeniert eine Art Nazi-Show samt „Führerbalkon“ am Burgtheater. Das soll – angeblich – originell sein.
Hitler zieht immer. Jeder Dolm kann sich einen Schnauzer anpicken, den Scheitel streng ziehen, eine braune Uniform umhängen – und, schwups, erhält er Aufmerksamkeit. Andere finden den 1000. Naziaufguss nur noch zum Gähnen („Haben wir 2024 keine anderen Probleme?“).
Der Vorarlberger Aktionskünstler Flatz hat nun einen weiteren Anlauf genommen. Hitler ist eine Frau (Schauspielerin Bibiana Beglau), am Theaterhaus prangen rote NS-Flaggen und der „Führerbalkon“ des gegenüberliegenden Rathauses.
Bläser spielen das Lied „Junge, komm bald wieder.“ Noch-Burg-Chef Martin Kušej hat Flatz mit den Worten beauftragt: „Ich gebe dich der braunen Brut in Wien als mein Abschiedsgeschenk.“
Wen meint er in einer Stadt, in der vier von zehn Wienern im Ausland geboren wurden? Etwa Politiker, die den Balkon, auf dem der „Gröfaz“ vor 86 Jahren stand, nicht abreißen ließen? Oder die Freunde der Grünen Mark, die derzeit vor der Burg feiern? Alles sinnbefreit.
Fraglich ist, ob die Künstler dem Tourismus mit ihrer Aktion etwas Gutes tun. Aber wer von Steuergeld lebt, muss sich um so was Banales nicht scheren.
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