Die größtenteils enttäuschenden Rapidler kassierten damit auch ihre zweite Saisonniederlage (nach dem Heim-0:3 im Derby gegen die Austria) drei Tage nach einem Europacup-Auswärtsspiel und verpassten die Rückeroberung der Tabellenspitze vom nun drei Punkte voranliegenden Lokalrivalen Austria. Außerdem ging für die Hütteldorfer eine Serie von sieben Auswärtsspielen in Folge ohne Niederlage zu Ende. Die Kärntner machten im vierten Anlauf die ersten Punkte im eigenen Stadion und kletterten auf Rang acht.
Rotation bei Rapid
Rapid-Coach Peter Schöttel ließ nach dem kräfteraubenden Auftritt in Griechenland am Donnerstag (1:2) wie angekündigt das Rotationsprinzip walten. In der Abwehr rückten Pichler (für den kranken Gerson) und Schrammel (statt Katzer) in die Mannschaft, das neu formierte defensive Mittelfeld bildeten Kulovits (statt Heikkinen) und Prager (statt Ildiz). Zudem bekam an vorderster Front US-Teamspieler Boyd (statt Alar) die Chance.
Aber auch die Kärntner waren gegenüber der 0:1-Heimpleite gegen Mattersburg fast nicht wiederzuerkennen. Sollbauer (statt Solano), Polverino (statt Messner), De Paula (statt Stückler) und Rivera (statt Falk) rückten in die Startformation. Und der Auftritt der Hausherren bei aufgrund des starken Regens vor und zum Teil auch während der Partie schwierigen Platzverhältnissen war vielversprechend.
Königshofer beim Gegentreffer zu zögerlich
Die Kärntner boten vor den Augen von ÖFB-Teamchef Marcel Koller eine gute Leistung und waren gegen verhalten und ideenlos wirkende Rapidler viel gefährlicher. Nach einem Konter und De-Paula-Lochpass traf Kerhe aus guter Position den Ball nicht richtig und schoss doch weit am Tor vorbei (9.). Der doch verdiente Führungstreffer fiel nach einer Standardsituation. Nach Liendl-Freistoß köpfelte Baldauf zum 1:0 ein (18.). Rapid-Goalie Königshofer war zu zögerlich aus seinem Tor gekommen. Der Treffer war historisch, war es doch der erste des WAC im eigenen Stadion in der Bundesliga.
Die Rapidler wurden nur zweimal gefährlich: zuerst dank eines Schnitzers des sonst starken WAC-Tormanns Dobnik - Grozurek traf aber mit einem Volley-Abstauber das leere Tor nicht (22.). Zudem ging ein Sonnleitner-Kopfball hauchdünn am langen Eck vorbei (31.). Abgesehen davon waren die Wolfsberger dem 2:0 näher. Königshofer parierte einen Jacobo-Schuss (32.).
Zur Pause reagierte Schöttel auf die schwache Vorstellung mit einem Doppeltausch. Ildiz statt Kulovits und Alar statt Grozurek sollten neue Impulse bringen. Vorerst viel gefährlicher waren aber neuerlich die Kärntner. Königshofer konnte sich aber im Duell mit De Paula auszeichnen (51.) und wehrte gleich darauf einen Kerhe-Schuss mit Mühe ab (52.).
Rapid vergab gute Chancen
Je länger die Partie allerdings dauerte, umso mehr übernahmen die Wiener die Initiative. WAC-Goalie Dobnik musste innerhalb einer Minute gleich zwei Glanzparaden zeigen: bei einem gut angetragenen Ildiz-Schuss (58.) sowie einem von von Alar abgefälschten Pichler-Abschluss (58.). In der 77. Minute rutschten gleich drei Rapidler an einem Schaub-Stangelpass vorbei. Außerdem rettete Polverino im Rutschen bei einem Schuss des sonst komplett farblos gebliebenen Boyd (81.).
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