Um dem Fahrermangel entgegenzuwirken, hat Postbus eine Personal-Offensive gestartet. Regionalmanager Wolfram Gehri und Mobilitätslandesrat René Zumtobel zogen nun eine Bilanz – und die fällt recht positiv aus.
Die Postbus-Zentrale in Innsbruck. Vor rund eineinhalb Jahren fand am selben Ort eine ganz ähnliche Pressekonferenz statt wie am Donnerstag: Es ging um die Suche nach Mitarbeitern. Nur lud man diesmal ein zu einer Bilanz der Maßnahmen, die man damals vorgestellt hatte: Rund 50 neue Lenker konnte man so für Tirol gewinnen. „Wir haben Vollbesetzung“, jubelt Regionalmanager Wolfram Gehri.
Keiner kommt absichtlich zu spät. Wertschätzung ist wichtig.
Mobilitäts-LR René Zumtobel
Bezahlter Führerschein, Kräfte aus dem Ausland
Dass man nun sogar darüber nachdenken kann, zu expandieren, ist speziellen Angeboten für Mitarbeiter zu verdanken. So bekommen Bewerber ihren Führerschein bezahlt. Sie können ihn entweder absolvieren, solange sie noch im alten Beruf tätig sind, oder während sie schon bei Postbus arbeiten.
Eine weitere Idee setzt international an: In diesem Winter zum Beispiel saßen zehn Spanier hinter dem Steuer von Skibussen. Im Sommer lenken sie in ihrer Heimat Reisebusse, im Winter hatten sie bislang keine Arbeit. In der Werkstatt beschäftigt Postbus außerdem neun Mechaniker aus Tunesien. „Da muss man sich natürlich um Unterkunft, Integration etc. kümmern. Das ist uns geglückt“, ist Gehri stolz. Er weiß, dass es für die Mitarbeiter Angebote braucht – zum Beispiel mit Zuschlägen fürs Nacht- oder Skibus-Lenken.
Sicherheit für Busfahrer künftig größeres Thema
Das ist auch dem Land klar und trägt dazu bei, den Beruf attraktiver zu machen – mit der Abschaffung geteilter Dienste, einem günstigen Öffi-Ticket oder einem Härtefallfonds. Mobilitätslandesrat René Zumtobel (SPÖ) will außerdem eine Lanze für den Umgang mit Buslenkern brechen: „Keiner kommt absichtlich zu spät. Wertschätzung ist wichtig.“ Zumtobel kündigte an, künftig auch den Aspekt des Selbstschutzes – insbesondere für Nachtbuslenker – in die Busfahrer-Ausbildung integrieren zu wollen.
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