Ein Jugendlicher hört in Wien-Hütteldorf seine auf die Straßenbahn wartende Mutter angsterfüllt aufschreien. Ein Betrunkener belästigte die Frau. Der Sohn eilt herbei und stößt den mutmaßlichen Angreifer weg. Weil dieser so unglücklich stürzt, dass er sich schwere Verletzungen im Gesicht zuzieht, landet der Bursche vor Gericht.
Eine Mutter und ihre Tochter wurden im November bei der Endstation der Straßenbahnlinie 49 in Wien-Hütteldorf von einem Betrunkenen belästigt. „Lassen Sie uns in Ruhe“, schrie die Frau, als ihr der Mann plötzlich ganz nah kam und Beißbewegungen machte.
Sohn saß abseits auf einer Bank
Ihr abseits auf der Bank sitzender Sohn hört den angsterfüllten Aufschrei. Der 17-Jährige läuft hin und schupft den mutmaßlichen Angreifer weg. Dieser fällt so ungünstig, dass Kiefer- und Nasenbein brachen.
Ich bin froh, dass er eingeschritten ist. Ich hatte so Angst. Weil ich nicht wusste, was passieren wird.
Die Mutter wurde belästigt, ihr Sohn wollte helfen.
Der Sohn und ein ebenfalls involvierter Gleichaltriger mussten sich nun im Wiener Landl wegen fahrlässig schwerer Körperverletzung verantworten: „Ich hatte Angst um meine Mutter, ich habe sie noch nie so schreien gehört“, rechtfertigt er sich. – „Ich bin froh, dass er eingeschritten ist, ich hab so Angst gehabt. Weil ich nicht wusste, was passieren wird“, sagt seine Mutter.
Im Spital soll der Betrunkene dann auch noch rassistische Bemerkungen gegenüber einer Ärztin getätigt haben

Rechtsanwalt Raimund Schüller
Bild: Gerhard Bartel
Raimund Schüller, der Anwalt des Jugendlichen, sieht Zivilcourage, die sein Mandant zeigte: „Im Spital soll der Betrunkene dann auch noch rassistische Bemerkungen gegenüber einer Ärztin getätigt haben“, berichtet der Verteidiger – der Richter spricht einen Freispruch aus. Rechtskräftig.
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