Nach Vorwürfen wegen unzulässiger Einmischung in Formel-1-Entscheidungen sieht sich der umstrittene Weltverbandspräsident Mohammed Ben Sulayem als Opfer einer Kampagne. In einem Brief an FIA-Mitglieder äußerte sich der ehemalige Rallyepilot verärgert, dass der Verband „Opfer von böswilligen Indiskretionen vertraulicher und sensibler Informationen geworden“ sei, die den Ruf beschädigen und die Mitglieder beunruhigen.
„Wir wissen, dass das Ziel dieser verwerflichen Handlungen letztlich darin bestand, mich ins Visier zu nehmen und die FIA im Kern zu schwächen“, schrieb Ben Sulayem. Die Ethikkommission der FIA hatte ihn erst vor wenigen Tagen von Vorwürfen freigesprochen. Auslöser einer Untersuchung waren Hinweise von Informanten, die dem Funktionär aus Dubai mehrere Verstöße im Amt zur Last legten.
Demnach habe der FIA-Chef veranlasst, dass beim Grand Prix in Saudi-Arabien im Vorjahr eine Zeitstrafe gegen Aston-Martin-Fahrer Fernando Alonso zurückgenommen worden sei. Daher konnte der Spanier seinen dritten Platz entgegen der ursprünglichen Entscheidung der Rennkommissare doch behalten.
Im nächsten Jahr sind Wahlen
Außerdem soll Ben Sulayem angeblich in der Vorsaison verlangt haben, der neuen Rennstrecke in Las Vegas die Freigabe des Weltverbandes zu verweigern. Dabei sei es Medienberichten zufolge nicht um echte Sicherheitsbedenken gegangen. Die FIA-Prüfer hätten aber keine plausiblen Gründe anführen können und die Strecke daher zertifiziert. Ben Sulayem schrieb, dass die Anschuldigungen darauf abzielten, ihn als FIA-Chef „zu destabilisieren, aber auch die Integrität unserer respektierten Organisation“ infrage zu stellen. Ben Sulayem wurde 2021 Nachfolger des Franzosen Jean Todt. Im nächsten Jahr sind Wahlen im Weltverband.
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