"Wenn wir so spielen, gewinnen wir die nächsten Spiele", versicherte Horst. Das ÖOC-Duo setzte die topgesetzten Weltmeister von Beginn an mit starkem Service und präzisen Shots unter Druck - sehr zur Freude der 15.000 Zuschauer auf dem Horse Guards Parade, die mit Fortdauer des Spiels immer mehr ins Lager der Österreicher wechselten. "So muss sich Roger Federer fühlen, wenn er auf dem Center Court spielt", meinte Doppler.
Emanuel: "Hatten es sehr, sehr schwer"
Nach einer völlig verpatzten Generalprobe in Klagenfurt zeigten Doppler/Horst ihr wahres Potenzial. Doppler gelangen selbst gegen den Hünen Alison im dritten Durchgang einige Blocks. Drei Matchbälle wehrten die Österreicher bei 11:14 ab, beim verwerteten vierten spielte dann auch das Netzband eine Rolle. "Sie haben es uns sehr, sehr schwer gemacht", gestand Beachvolleyball-Legende Emanuel. "Ihre Strategie war sehr gut."
Doppler: "Zumindest die Richtung stimmt"
Darum konnten sich Doppler/Horst vorerst wenig kaufen. "Das ist fast schlimmer als eine 0:2-Klatsche. Wir hätten echt die Chance gehabt, sie zu schlagen", trauerte Doppler ebendieser nach. "Aber zumindest die Richtung stimmt." Am Dienstag geht es gegen Paolo Nicolai/Daniele Lupo, am Donnerstag gegen Patrick Heuscher/Jefferson Bellaguarda. "Wenn wir das Level halten, wird es auch für die Italiener und die Schweizer schwer, uns zu schlagen", versprach der Ex-Europameister.
Lediglich die beiden Gruppenbesten sowie die zwei besten Gruppendritten stehen fix im Achtelfinale. Die restlichen Gruppendritten spielen in einem Play-off um die zwei übrigen Plätze in der K.-o.-Runde. Die Österreicher nehmen zumindest einen Satzgewinn für die Tabelle mit. "Wenn wir gegen die Weltmeister gewonnen hätten, hätten wir sogar gute Chancen gehabt, Gruppensieger zu werden", erinnerte Doppler.
"Können mit allen mithalten"
Das heuer neu formierte und erst bei der letzten Chance für die Spiele qualifizierte Duo war darum bemüht, die positiven Dinge mitzunehmen. "Für den Kopf ist es gut", versicherte Doppler. "Wenn wir mit denen mithalten können, können wir mit allen mithalten." Im ersten Satz hatte das ÖOC-Team mehr als nur mitgehalten, es diktierte ihn sogar. Nur im zweiten Durchgang, als Regen einsetzte, übernahmen die Brasilianer das Kommando.
Der Stadionsprecher beruhigte die Fans, die mit Schirmen und Regenjacken im größten Beachvolleyball-Stadion der Geschichte verharrten: "Begrüßen wir den flüssigen Sonnenschein." Österreichs Herren schienen sich auf die Bedingungen mitsamt dem ungewohnt tiefen Sand ebenfalls gut eingestellt zu haben. "Der Boden sollte uns liegen", meinte Horst. "Wir sind wieder dort, wo wir hingehören." In Schlagdistanz zur Weltspitze.
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