Der Technische Delegierte Jo Bauer hatte bei einer routinemäßigen Untersuchung festgestellt, dass das Drehmoment in einem bestimmten Bereich unter dem vergleichbaren Wert dieser Motoren bei anderen Grand Prix' liege. "Meiner Meinung nach liegt ein Verstoß gegen Artikel 5.5.3 des Technischen Reglements vor", teilte Bauer am Sonntag vier Stunden vor Rennbeginn auf dem Hockenheimring mit.
Bauer leitete seine Einschätzung an die Rennkommissare und auch an alle Teams weiter, die Verantwortlichen bei Red Bull rund um Teamchef Christian Horner mussten zum Rapport. Zumindest in erster Instanz gibt es aber vorerst keine Strafe gegen das Red-Bull-Team. Obwohl die Kommissare nach dreistündiger Diskussion nicht alle Argumente des Teams akzeptieren, entscheiden sie, dass - so wie das Reglement formuliert ist -, "das präsentierte Mapping keinen Verstoß gegen Artikel 5.5.3 des Technischen Reglements" darstelle. So ist es jedenfalls in der FIA-Begründung zu lesen.
Keine Strafe für Vettel und Webber
Sebastian Vettel und Teamkollege Mark Webber erhielten daher vor dem Großen Preis von Deutschland keine Strafe. "Es wäre ein harter Brocken, wenn wir von hinten losfahren müssten", hatte Vettel kurz vor Bekanntgabe der Entscheidung zugegeben. Der 25 Jahre alte Deutsche konnte damit wie qualifiziert vom zweiten Rang aus das Heimrennen auf dem Hockenheimring in Angriff nehmen.
Es wird vermutet, dass Red Bull bewusst das Drehmoment der Motoren drosselt, was gegen die Regeln verstoßen würde. Bauer merkte an, dass durch die Veränderung auch die aerodynamischen Charakteristika der Wagen gegen Regeln verstoßen würden.
Mehr Auspuffgase für bessere Aerodynamik?
Laut Angaben von "auto-motor-und-sport.de" kommt im mittleren Drehzahlbereich weniger Leistung am Motor der Red-Bull-Boliden an. So sollen künstlich mehr Auspuffgase erzeugt werden, um die Aerodynamik der Autos zu unterstützen. Durch entsprechend geleitete Luft auf das Heck der Rennwagen kann der sogenannte Abtrieb erhöht und so praktisch eine bessere Straßenlage erreicht werden.
Die FIA-Kommissare hatten in dieser Saison bereits eine andere Variante am Wagen von Vettel und Webber für illegal erklärt. Das Team um Design-Guru Adrian Newey hatte die Boliden mit Löchern im Unterboden jeweils vor den Hinterreifen ausgestattet. Dies war nachträglich verboten worden.
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