Weltmeister Sebastian Vettel, der knapp hinter Alonso die Ziellinie überquert hatte, wurde nach dem Rennen wegen eines späten Überholmanövers mit einer Zeitstrafe von 20 Sekunden belegt und daher vom zweiten auf den fünften Platz zurückgereiht. Das gab die Motorsport-Weltbehörde FIA zwei Stunden nach Rennende in Hockenheim bekannt. Der Grund: Der Deutsche hatte in der 66. von 67 Runden den McLaren von Button überholt, war dabei aber mit allen vier Rädern seines Red Bull über die Streckenbegrenzung hinausgekommen.
Nach zehn von 20 Saisonläufen und damit zur WM-Halbzeit führt Alonso dank seines dritten Saisonsieges nun mit 154 Punkten vor den beiden Red-Bull-Piloten Mark Webber (120) und Vettel (110) die Weltmeisterschaft an. Er wird damit auch fix als WM-Leader in die einmonatige Sommerpause gehen, die nach dem Ungarn-GP am kommenden Sonntag - da feiert Alonso seinen 31. Geburtstag - beginnt.
Souveräner Start-Ziel-Sieg
In Deutschland bewies der Asturier einmal mehr, dass er momentan der cleverste Fahrer im Feld ist. Nach Pole Position im Regen und ausgezeichnetem Start verteidigte er auf trockener Piste seine Führung über das gesamte Rennen und feierte einen souveränen Start-Ziel-Sieg. "Dabei waren wir nicht die Schnellsten im Rennen. Die Pole war der Schlüssel zum Erfolg, diese Position haben wir gehalten", sagte der Spanier.
Klarerweise war Alonso beim vom dreifachen Weltmeister Niki Lauda durchgeführten Siegerinterview bestens gelaunt. Der frisch verliebte Spanier fährt erstmals seit Langem schmerzfrei und in einem emotionalen Hoch. Selbst ein Scherz floss Alonso locker über die Lippen. "Politik interessiert mich nicht. Aber heute hat ein Spanier in Deutschland in einem von einem Griechen designten, italienischen Auto gewonnen", sprach er mit breitem Grinsen die aktuelle Finanzkrise an.
Für das Weltmeister-Team Red Bull Racing entwickelte sich Hockenheim hingegen zu einer Hochschaubahn. Schon lange vor dem Rennen stand wegen eines angeblich illegalen Motormappings (Bericht in der Infobox) sogar ein Ausschluss im Raum, die Untersuchung blieb aber vorerst folgenlos. Der WM-Zweite Mark Webber wurde in seinem 100. GP für Red Bull nur Achter, und am Ende blieb Vettel weiterhin im Juli sowie in Heimrennen sieglos und wurde am Ende sogar auf Platz fünf zurückgesetzt.
Ausfall für Hamilton in seinem 100. Grand Prix
Der wegen eines frühen Reifendefektes abgeschlagene Brite hatte zur Rennmitte begonnen, sich mit seinem McLaren zurückzurunden. Das gelang dem WM-Fünften aber nur gegen Vettel, womit er ein entscheidendes Loch zwischen Spitzenreiter Alonso und Verfolger Vettel aufriss. Der Deutsche kommentierte dies im Auto mit mehreren wütenden Handbewegungen und später mit dem Satz: "Es war dumm, die Führenden zu stören." Hamiltons "Strafe" folgt auf den Fuß. Ausgerechnet in seinem 100. Grand Prix fiel der Ex-Weltmeister aus England als einziger Fahrer aus.
Ergebnis des GP von Deutschland:
| Rang | Fahrer | Team | Rückstand |
| 1 | Fernando Alonso | Ferrari | Sieger |
| 2 | Jenson Button | McLaren | +6,949 Sek. |
| 3 | Kimi Räikkönen | Lotus | +16,409 |
| 4 | Kamui Kobayashi | Sauber | +21,925 |
| 5 | Sebastian Vettel * | Red Bull | +23,732 |
| 6 | Sergio Perez | Sauber | +27,896 |
| 7 | Michael Schumacher | Mercedes | +28,970 |
| 8 | Mark Webber | Red Bull | +46,941 |
| 9 | Nico Hülkenberg | Force India | +48,162 |
| 10 | Nico Rosberg | Mercedes | +48,889 |
| 11 | Paul di Resta | Force India | +59,227 |
| 12 | Felipe Massa | Ferrari | +1:11,428 Min. |
| 13 | Daniel Ricciardo | Toro Rosso | +1:16,829 |
| 14 | Jean-Eric Vergne | Toro Rosso | +1:16,965 |
| 15 | Pastor Maldonado | Williams | +1 Runde |
| 16 | Vitaly Petrov | Caterham | +1 Runde |
| 17 | Bruno Senna | Williams | +1 Runde |
| 18 | Romain Grosjean | Lotus | +1 Runde |
| 19 | Heikki Kovalainen | Caterham | +2 Runden |
| 20 | Charles Pic | Marussia | +2 Runden |
| 21 | Pedro de la Rosa | HRT | +3 Runden |
| 22 | Timo Glock | Marussia | +3 Runden |
| 23 | Narain Karthikeyan | HRT | +3 Runden |
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