"Alles verbrennen"

USA: Ärger über in China gefertigtes Olympia-Teamoutfit

Sport
14.07.2012 11:44
US-Politiker und Prominente sind erzürnt: Ausgerechnet das amerikanische Olympiateam soll Uniformen tragen, die in China hergestellt wurden. Zwar wurden die blauen Blazer und weißen Hosen für die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in London vom US-Designer Ralph Lauren entworfen, die Produktion fand allerdings in China statt. Spitzenpolitiker schimpfen nun über die Entscheidung des nationalen Olympischen Komitees.

"Es ist beschämend, dass unsere amerikanischen Sportler während der Olympischen Spiele in China gefertigte Uniformen tragen werden", sagte der demokratische Kongressabgeordnete Steve Israel. Der Chef der Demokraten im Senat, Harry Reid, meinte im US-Fernsehen gar, das Olympische Komitee "soll sich schämen". Man solle "alle Outfits nehmen, sie auf einen großen Haufen werfen, verbrennen und noch einmal ganz von vorne anfangen".

US-Wirtschaft entgeht Milliardengeschäft 
Auch sein Kollege, Senator Charles Schumer, forderte das Komitee auf, die Garderobe der Athleten neu anfertigen zu lassen und schlug hierfür die im Bundesstaat New York ansässige Traditionsschneiderei Hickey Freeman vor. Der US-Wirtschaft entgehe mit der Verlagerung der Produktion nach China insgesamt ein Milliardengeschäft, lautet einer der Vorwürfe. Die Kleidungsstücke und Accessoires sind auch im Handel erhältlich und kosten zwischen 55 Dollar (45 Euro) und 795 Dollar (652 Euro).

Ohnehin ist das Verhältnis zwischen den beiden weltweit größten Volkswirtschaften sehr angespannt. Ein Sprecher des Komitees verteidigte die Entscheidung mit der Begründung, dass das amerikanische Olympiateam privat finanziert werde. Man sei dankbar für die Unterstützung der Sponsoren und stolz auf die Zusammenarbeit mit Ralph Lauren.

Obama glaubt an "hohe Qualität amerikanischer Produkte"
Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte zwar, dass der Herstellungsort der Outfits kein Thema der Regierung sei. Doch Barack Obama glaube an "die hohe Qualität amerikanischer Produkte" - das beinhalte auch in den USA hergestellte Kleidung. Die Sportler nehmen die Sache gelassener. "Wir leben in einer globalen Welt", sagte US-Beachvolleyballer Todd Rogers der Onlineausgabe von "USA Today". Es gebe Wichtigeres, als die Frage, wo Ralph Lauren seine Klamotten herstellen lasse. Nach Angaben des TV-Senders CNN haben auch schon andere Länder ihre Olympia-Outfits in China fertigen lassen, unter anderem Kanada und Australien.

Ralph Lauren reagierte bisher nicht öffentlich auf die Kritik, allerdings wurde in der Branche nach Medienberichten Unmut laut. Die US-Designerin Nanette Lepore sagte CNN, dies wäre eine Chance gewesen, Designer von einer Produktion im eigenen Land zu überzeugen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Sport
14.07.2012 11:44
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

KMM
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung