Tour de France

11. Etappe: Bradley Wiggins baut Gesamtführung aus

Sport
12.07.2012 18:49
Cadel Evans und Vincenzo Nibali attackierten erfolglos, Christopher Froome wurde bei einem Angriff auf die Nummer eins des Teams Sky zurückgepfiffen - damit war Bradley Wiggins der Profiteur der Alpen-Königsetappe bei der Tour de France. Der 32-jährige Brite erreichte am Donnerstag das Ziel des 148-Kilometer-Teilstücks von Albertville über zwei Pässe der höchsten Kategorie zur Bergankunft in La Toussuire in einer kleinen Gruppe knapp hinter seinem Landsmann Froome und baute seine Gesamtführung auf 2:05 Minuten aus. Gewinner der elften Etappe war der Franzose Pierre Rolland.

Wiggins machte auf der von ihm als schwierigste Etappe bezeichneten Abschnitt über den Col de la Madeleine (2.000 Meter) und den Col de la Croix de Fer (2.067 Meter) ins 1.705 Meter hoch gelegene Ziel einen weiteren großen Schritt in Richtung des ersten Gesamtsiegs eines Briten bei der wichtigsten Radrundfahrt der Welt. 

Froome schien als Einziger in der Lage zu sein, seinen Chef zu distanzieren, doch die Reaktion des Sportlichen Leiters Sean Yates aus dem Begleitauto auf den Antritt des gebürtigen Kenianers folgte prompt. Der Zweite der Vuelta 2011 musste zurückschalten und auf Wiggins warten. Zuvor hatte die Gruppe den im Schlussanstieg attackierenden Italiener Nibali eingeholt, der so wie der nun fünftplatzierte Belgier Jurgen van den Broeck (+4:48) mit Wiggins ins Ziel kam.

Bittere Momente für Evans
Vorjahressieger Cadel Evans erlebte bittere Momente. Im Anstieg zum Croix de Fer griff der Australier beherzt an, bekam Hilfe des früher ausgerissenen BMC-Teamkollegen Tejay van Garderen (USA), musste diese Tempoverschärfung aber büßen. Er hielt das Tempo seines Kollegen nicht mit, wurde eingeholt und musste später im 17 Kilometer langen Anstieg ins Ziel sogar abreißen lassen. Dank Van Garderen hielt er den Rückstand mit 1:26 Minuten noch halbwegs in Grenzen. Der 35-jährige Weltmeister von 2009 bewies Kampfgeist, sein Traum vom zweiten Toursieg ist aber wohl vorbei.

Rolland kam als Einziger einer ursprünglich 28 Fahrer starken Gruppe durch, die sich 85 Kilometer vor dem Ziel abgesetzt hatte. Der Teamkollege des Vortagssiegers Thomas Voeckler bei Europcar gewann solo 55 Sekunden vor seinem Landsmann Thibaut Pinot und Froome, Wiggins war zwei weitere Sekunden zurück Sechster. Für den 25-Jährigen erfüllte sich ein weiterer Traum, er gewann nach L'Alpe d'Huez im Vorjahr eine weitere Tour-Bergankunft.

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