Demnach hat Havelange, der von 1974 bis 1998 FIFA-Boss war, im Rahmen von Geschäften mit dem mittlerweile insolventen Marketingunternehmen ISMM/ISL im März 1997 1,5 Millionen Schweizer Franken (heute umgerechnet rund 1,25 Millionen Euro) erhalten. Teixeira bekam ab Mai 1995 mindestens fünf Millionen Schweizer Franken (heute rund 4,2 Millionen Euro). Die Ermittlungen gegen die beiden früheren FIFA-Funktionäre waren nach Zahlung von hohen Geldsummen eingestellt worden.
Wie es weiter in dem Dokument heißt, könne nicht infrage gestellt werden, "dass die FIFA Kenntnis von Schmiergeldzahlungen an Personen ihrer Organe hatte".
Beschwerde abgewiesen
Die Dokumente waren ans Licht gekommen, nachdem das Schweizer Bundesgericht den Anspruch auf Einsicht in die brisanten Akten bestätigt hatte. Wie die Kammer am Mittwoch in Lausanne mitteilte, wurde eine Beschwerde von zwei Funktionären des Weltverbandes abgewiesen.
Die Einsicht von Journalisten in die Einstellungsverfügung der Zuger Staatsanwaltschaft sei die Voraussetzung zur Berichterstattung über die in der Öffentlichkeit erhobenen Korruptionsvorwürfe. Die Behörde hatte am 11. Mai 2010 Ermittlungen gegen die FIFA und zwei ihrer Mitarbeiter wegen Korruptionsvorwürfen endgültig beendet.
Blatter mimt Unschuldsengel
Die erstmals veröffentlichten Details der Affäre rücken FIFA-Boss Sepp Blatter erneut ins Zwielicht. Doch der mächtige Mann des Welt-Fußballs gerierte sich einmal mehr als Unschuldsengel. "Ich bin erfreut über das Urteil des Schweizer Bundesgerichts. Es bestätigt, was ich immer gesagt habe: Ich stand nicht auf der Liste", twitterte Blatter.
Blatter war 1990 nach neun Jahren als FIFA-Generalsekretär mit den Befugnissen eines Exekutivdirektors ausgestattet worden, 1998 rückte er als Nachfolger Havelanges an die Spitze des Fußball-Weltverbandes. Zwischen 1989 und 2001 sind insgesamt knapp 160 Millionen Schweizer Franken (133,2 Millionen Euro) an Provisionszahlungen geflossen.
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