07.07.2012 09:37 |

US-Dekret publiziert

Afghanistan ist nun "wichtiger Nicht-NATO-Verbündeter"

Die USA haben Afghanistan den Status eines "wichtigen Nicht-NATO-Verbündeten" offiziell zugebilligt. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte am Samstag in Kabul, dies sei "ein bedeutendes Symbol unseres Bekenntnisses zur Zukunft Afghanistans". In Washington veröffentlichte das Weiße Haus das entsprechende Dekret von US-Präsident Barack Obama, womit der neue Status in Kraft trat.

Der Status des "wichtigen Nicht-NATO-Verbündeten" sieht eine langfristige Zusammenarbeit zwischen den USA und Afghanistan in Sicherheitsfragen vor. Die so eingestuften Partnerländer, die nicht der westlichen Militärallianz angehören, können unter anderem US-Rüstungsprodukte leichter erwerben und finanzieren. Es ist das erste Mal in der Amtszeit Obamas, dass dieser Status an ein Land vergeben wird. Rund 15 Staaten haben ihn, darunter Israel, Ägypten, Pakistan, Japan und Jordanien.

Partnerschaftsabkommen bereits unterzeichnet
Bei seinem Besuch Anfang Mai in Kabul hatte Obama mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai ein Partnerschaftsabkommen unterzeichnet, das die Zubilligung dieses Status' für Afghanistan vorsah (siehe Infobox). Damit wurde der Abzug der NATO-Truppe ISAF vorbereitet, die ihren seit mehr als zehn Jahren andauernden Kampfeinsatz in dem Land bis Ende 2014 beenden will. "Da wir abziehen, wollen sie sichergehen, dass ihnen weiterhin diese bevorzugte Behandlung zuteil wird", sagte ein US-Verantwortlicher in Kabul.

Das Partnerschaftsabkommen regelt den Einsatz der US-Soldaten am Hindukusch für die Zeit nach dem Abzug. Es sieht auch die Möglichkeit vor, dass US-Truppen nach 2014 weiter afghanische Sicherheitskräfte ausbilden und Anhänger des Terrornetzwerks Al-Kaida in dem Land bekämpfen können. Eine genaue Truppenzahl für den künftigen Einsatz oder konkrete finanzielle Zusagen werden aber nicht gemacht.

Die US-Armee stellt den Großteil der unter NATO-Führung stehenden internationalen Truppen am Hindukusch, die Kabul im Kampf gegen die aufständischen Taliban unterstützen sollen. Derzeit sind noch rund 87.000 US-Soldaten in Afghanistan stationiert. Insgesamt umfasst das ISAF-Kontingent 130.000 Soldaten.

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