Die Berliner Philharmoniker begeisterten auch an ihrem zweiten Gastspielabend im Wiener Musikverein. Unter ihrem Chefdirigenten Kirill Petrenko jubelte das Publikum über Werke von Henri Dutilleux und Béla Bartók.
Es gibt Dirigenten, die ein Orchester im Griff haben und solche, die auch mit Sängerinnen und Sängern gut können. Und dann gibt es jene, die zusätzlich das Publikum ganz beherrschen. Wenn Kirill Petrenko beim Gastspiel der Berliner Philharmoniker im Musikverein etwa nach der überzart verklingenden 1. Symphonie von Henri Dutilleux den Dirigentenstab noch ein Weilchen nicht senkt, wagt man kaum zu atmen: Alles, nur diese heilige Spannung nicht stören! Umso größer dann freilich der Jubel des Publikums, wenn’s erlaubt ist.
Petrenko: Ein grandioser Dirigent, der, ganz unaufdringlich, über Autorität verfügt, der größte Genauigkeit in der Gestaltung bietet und Klänge fein modelliert. Das sorgt für viele, viele Details, das sorgt auch für Tonzauber wie bei Dutilleux. Und wenn ein so vielschichtiges Werk wie Béla Bartóks „Der holzgeschnitzte Prinz“ daherkommt, dann schwimmt man in einem Ozean an Wendungen und Wandlungen. Das fasziniert, das begeistert - auch wenn die „Berliner“ bei aller Brillanz und Perfektion klanglich nicht immer ganz überzeugten: viele Schattierungen, aber ein letzter Farbtupfer fehlte noch!
Oliver Láng
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