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Todesursache: Putin | Wir müssen kämpfen

„Meine Aufgabe ist es, der Typ zu sein, der keine Angst hat. Und ich habe keine Angst.“ Als Alexej Nawalny 2021 - nach einem Giftanschlag - aus dem sicheren Deutschland nach Russland zurückkehrte, wusste er, was ihn erwarten würde, wenn er weiter gegen Wladimir Putin kämpft. Drei Jahre und fünf Monate verbrachte er im Straflager - verlassen wird er es nun in einem Leichensack. „Unser freundliches Konzentrationslager“, schrieb Nawalny einmal über seine neue Bleibe, dutzende Mal saß er im Strafkarzer - einmal dafür, dass ein Knopf an der Uniform geöffnet war. Ein Hungerstreik kostete ihn fast das Leben. Der Tod Alexej Nawalnys lehrt uns: Wer gegen Putin kämpft, lebt nicht lange. Das Schicksal der Ukraine lehrt uns: Wer nicht gegen Putin kämpft, wird überrollt. Beide Schicksale darf der Westen, dürfen wir, nicht nur schockiert zur Kenntnis nehmen. Beide Schicksale müssen uns lehren: Wir dürfen nicht die sein, die Angst haben vor Russland und vor Putin. Wir müssen für die kämpfen, denen die Kraft ausgeht. 

Darf das neutrale Österreich das denn überhaupt? Ja! Natürlich nicht mit Waffen. Aber mit wirtschaftlichem und politischen Druck. Mit Sanktionen. Mit einer lauten medialen Stimme. Mit Demonstrationen. Indem wir Regimekritikern und Flüchtlingen Schutz gewähren. Indem wir russisches Gas verbannen - nicht erst 2028, sondern jetzt. Indem wir geschlossen gegen ein Regime stehen, das Gegner wegsperrt und umbringen lässt. Das Grenzen nicht respektiert und Länder überfällt. Und gegen ein Regime, das seine eigenen Bürgerinnen und Bürger auf dem Schlachtfeld opfert für die Macht, das für den eigenen Größenwahn die Armut seiner Russinnen und Russen in Kauf nimmt. Wenn Kanzler, Außenminister und der Rest der Regierung nun ihre Beileidsbekundungen kundtun, darf das daher nur der erste Schritt sein. Der zweite muss jetzt sein, keine Angst zu haben. Und, wie Nawalny, Taten zu setzen. 

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