Die Steirische Kulturinitiative ist seit 1977 ein wichtiger Impulsgeber im steirischen Kulturleben. Ihr langjähriger Leiter, Herbert Nichols-Schweiger, feiert heuer seinen 80. Geburtstag. Und wird mit dem ersten Band der Buchreihe „Bewegt bleiben“ für mehr als 50 Jahre Kulturarbeit gewürdigt.
Zu den bequemsten Zeitgenossen gehört Herbert Nichols-Schweiger ja nicht gerade. Dafür ist sein Geist zu kritisch, und ein Blatt nimmt er sich auch nicht gerne vor den Mund. Allerdings muss man wohl über diese Eigenschaften verfügen, wenn man in der meist trägen Kulturpolitik etwas erreichen will. Und das ist dem gebürtigen Grazer in seinen vielen Jahren in der steirischen Szene gelungen.
Start als Kulturjournalist
Begonnen hat alles in den 1970er-Jahren, als Nichols-Schweiger das kulturelle Geschehen der Steiermark als Journalist (beginnend bei der „Neuen Zeit“) begleitet hat. Später wechselte er die Seite, wurde Pressesprecher des „steirischen herbst“ und ging dann in die Politik, wo er lange Referent bei Finanzlandesrat Christoph Klauser, später bei Kulturlanderat Kurt Flecker war. In diesen Jahren kämpfte er für zahlreiche kulturpolitische Weichenstellungen, etwa das Kulturfördergesetz, den Landeskulturbericht und den Landeskulturbeirat.
Gründer und Veranstalter
Daneben - aber nie nebenbei - ging er seiner eigentlichen Passion nach. 1977 war er Mitbegründer der Steirischen Kulturinitiative, deren Leitung er von Helga Konrad 1994 übernahm. Ebenfalls 1977 hob er mit Gleichgesinnten die Gruppe 77 und die Gesellschaft für Kulturpolitik aus der Taufe. Seine besondere Liebe gilt dem japanischen Butoh-Tanz, den er in der Steiermark einem breiten Publikum nahe gebracht hat.
Mehr als 600 Projekte - von der Ausstellung über Theater bis zur Diskussion - hat Nichols-Schweiger in den 50 Jahren realisiert, noch viel mehr ermöglicht. Soziale Gerechtigkeit, Antifaschismus und Armutsgefährdung sind ihm bis heute ein großes Anliegen. Einen wunderbaren Einblick gewährt das 300-seitige Buch „bewegt bleiben“, das am 16. Februar um 18.30 Uhr im KulturQuartier Leoben seinen Präsentationsreigen abschließt.
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