Im Norden des Landes
Peru: Wegen krimineller Banden Notstand ausgerufen
Wegen des Erstarkens internationaler Verbrecherbanden hat die Regierung in Peru im Norden des Landes den Notstand ausgerufen. Die Maßnahme in Teilen der Region La Libertad betrifft insbesondere die Industriemetropole Trujillo und die Provinz Patáz.
Die Maßnahme gilt zunächst einmal für 60 Tage, wie der peruanische Verteidigungsminister Jorge Chávez am Montag (Ortszeit) in Lima sagte. Der Notstand ermöglicht es der Armee, an der Seite der Polizei gegen kriminelle Banden vorzugehen.
„Welle der zunehmenden Gewalt“
„Der peruanische Staat scheut sich nicht, sich ihnen entgegenzustellen und sie zu neutralisieren“, sagte Minister Chávez über die internationalen Banden, die im Norden des Landes insbesondere mit Schutzgelderpressung und illegalem Bergbau für Unruhe sorgen. Regierungschef Alberto Otárola sprach von einer „Welle der zunehmenden Gewalt im Zusammenhang mit kriminellen Organisationen“.
In Trujillo und der Provinz Patáz sind kommerzielle Aktivitäten und große Versammlungen nun zwischen Mitternacht und 4 Uhr (Ortszeit) verboten, „bis die Welle des Verbrechens endgültig unter Kontrolle“ gebracht worden sei, erklärte die Regierung. Den Behörden zufolge begehen die kriminellen Banden auch Auftragsmorde sowie Terrorakte gegen die Polizei.
Zunahme der organisierten Kriminalität
In den vergangenen Jahren hat die organisierte Kriminalität in Peru deutlich zugenommen. Als Ursachen nennt die Regierung des südamerikanischen Andenlands die Massenflucht aus Venezuela, die auch den Waffenhandel und die Ausbreitung venezolanischer Banden wie Tren de Aragua in Peru mit sich bringe. Allein in Trujillo wurde seit Jahresbeginn nach offiziellen Angaben fast ein Todesopfer von Gewalttaten pro Tag registriert.
Im benachbarten Ecuador, das eine gut 2000 Kilometer lange Grenze mit Peru teilt, war am 8. Jänner in zehn der 24 Provinzen der Notstand mitsamt nächtlicher Ausgangssperre ausgerufen worden.







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